Warum ich nicht blogge
nach der am gestrigen tage - wenn auch weniger ausgeprägt als erwartet - geführten diskussion über chiaras wenig schmeichelhafte erwähnung im spiegel, habe ich mir die frage gestellt, ob man das, was ich und schätzungsweise 95% der bloginhaber bei myblog, blogger, twoday und blog.de hier betreiben, ernsthaft bloggen nennen kann. ich bin da ja eher skeptisch. auch wenn das folgende wahrhaft binsensweise ist: nicht jeder der in seiner freizeit mal in die posaune tutet, ist musiker. nicht jede kölner hausfrau, die an einem freche-frauen-roman über eine voll-crzay-coole kölner hausfrau und ihre pseudi-humorig aufbereiteten alltagserlebnisse schreibt, ist schriftstellerin. und nicht jeder, der hier regelmässig seine ergüsse unter ein nur in den seltensten fällen vorhandes publikum wirft, ist ein blogger.
ich habe noch nie einen trackback gesetzt. den ausdruck blogroll musste ich googeln. keine ahnung, was ein ping oder dieser dämliche feed-reader sein sollen. ich habe noch nie einen blick auf technorati geworfen und es dauerte ein halbes jahr, bis ich in der lage war, ein bild hochzuladen und weitere 2 monate, bis ich es mit einer url hinterlegen konnte.
meine aktivitäten auf blog.de waren amüsanter zeitvertreib mit folgerichtigem ausgang und was ich hier schreibe, erfüllt primär immernoch den zweck des aufbewahrens, sammelns und archivierens. wie jeder tagebuchschreiber mag ich den gedanken, in zwei oder drei jahren zu wissen, was ich heute gedacht habe. mehr nicht. ich will weder aufklären, noch thematisieren - ich möchte schreiben. und zwar auf die für mich denkbar praktischste weise.
die schiere masse der blog-melangerie aus tagebuch, bekennerblog, tittenschau und freak-panoptikum holt, so paradox das auch klingen mag, die anonymität zurück. zu zeiten, als es wenige tausend deutschsprachige blogs gab, war die chance unerwünscht ertappt zu werden, bei weitem größer als in zeiten, in denen mein chef seinen neuesten eherbruch und meine beste freundin ihre salsa-rezepte "bloggt". wenn ich jetzt ein foto hochlade, auf dem ich mein meerschweinchen rektal mit einem cornichon befriedige, wird das höchstwahrschenlich keiner lesen. wäre ich im besitz des protokolls der heutigen hauptausschuss-sitzung und würde dieses hier hochladen - es würde keine sau kümmern. die schiere masse und flut der indiskretionen, intimitäten und geständnisse verschliesst die einzelinformation umgekehrt proportional zu ihrer formalen öffentlichkeit.
ich blogge nicht: ich erzähle. ich stelle texte vor und für mich selbst zur disposition. und ich ärgere mich furchtbar über das stetig wachsende heer der aufmerksamkeitsgeilen, sitemeterbewehrten, technorati-dürchwühlenden proto-neublogger, denen die gier, bei der nächsten opelaktion bitte-bitte auch mitmachen zu dürfen, honigglänzend in profilbild und tagliste steht.
schade: eigentlich macht mich die steigende zahl der blogs irgendwie zufrieden, da sie im kern dokumentiert, dass menschen, deren schriftliche tätigkeiten regulär auf das verfassen von postits und sms beschränkt sind, jetzt das bedürfnis haben, zu schreiben. scheissegal warum sie das tun - nur bitte nicht, um almost famous zu werden. jedes himbeerkreischende, smiley-gefüllte rappel-blog, jedes staublangweilige sachblog und jedes stadtblog ist mir lieber, als die blogs derjenigen, die mit unübersehbaren star-ambitionen ins rennen gehen. die schreiben, um ihre postinganzahl und damit ihre attraktorwirkung zu erhöhen. die jeden noch so blödsinnigen beitrag kommentieren, um gesehen zu werden und jeden gang zum kühlschrank publicityträchtig inszenieren, diese medienflittchen. erzählt mir was - dann höre ich gern zu.
ich habe noch nie einen trackback gesetzt. den ausdruck blogroll musste ich googeln. keine ahnung, was ein ping oder dieser dämliche feed-reader sein sollen. ich habe noch nie einen blick auf technorati geworfen und es dauerte ein halbes jahr, bis ich in der lage war, ein bild hochzuladen und weitere 2 monate, bis ich es mit einer url hinterlegen konnte.
meine aktivitäten auf blog.de waren amüsanter zeitvertreib mit folgerichtigem ausgang und was ich hier schreibe, erfüllt primär immernoch den zweck des aufbewahrens, sammelns und archivierens. wie jeder tagebuchschreiber mag ich den gedanken, in zwei oder drei jahren zu wissen, was ich heute gedacht habe. mehr nicht. ich will weder aufklären, noch thematisieren - ich möchte schreiben. und zwar auf die für mich denkbar praktischste weise.
die schiere masse der blog-melangerie aus tagebuch, bekennerblog, tittenschau und freak-panoptikum holt, so paradox das auch klingen mag, die anonymität zurück. zu zeiten, als es wenige tausend deutschsprachige blogs gab, war die chance unerwünscht ertappt zu werden, bei weitem größer als in zeiten, in denen mein chef seinen neuesten eherbruch und meine beste freundin ihre salsa-rezepte "bloggt". wenn ich jetzt ein foto hochlade, auf dem ich mein meerschweinchen rektal mit einem cornichon befriedige, wird das höchstwahrschenlich keiner lesen. wäre ich im besitz des protokolls der heutigen hauptausschuss-sitzung und würde dieses hier hochladen - es würde keine sau kümmern. die schiere masse und flut der indiskretionen, intimitäten und geständnisse verschliesst die einzelinformation umgekehrt proportional zu ihrer formalen öffentlichkeit.
ich blogge nicht: ich erzähle. ich stelle texte vor und für mich selbst zur disposition. und ich ärgere mich furchtbar über das stetig wachsende heer der aufmerksamkeitsgeilen, sitemeterbewehrten, technorati-dürchwühlenden proto-neublogger, denen die gier, bei der nächsten opelaktion bitte-bitte auch mitmachen zu dürfen, honigglänzend in profilbild und tagliste steht.
schade: eigentlich macht mich die steigende zahl der blogs irgendwie zufrieden, da sie im kern dokumentiert, dass menschen, deren schriftliche tätigkeiten regulär auf das verfassen von postits und sms beschränkt sind, jetzt das bedürfnis haben, zu schreiben. scheissegal warum sie das tun - nur bitte nicht, um almost famous zu werden. jedes himbeerkreischende, smiley-gefüllte rappel-blog, jedes staublangweilige sachblog und jedes stadtblog ist mir lieber, als die blogs derjenigen, die mit unübersehbaren star-ambitionen ins rennen gehen. die schreiben, um ihre postinganzahl und damit ihre attraktorwirkung zu erhöhen. die jeden noch so blödsinnigen beitrag kommentieren, um gesehen zu werden und jeden gang zum kühlschrank publicityträchtig inszenieren, diese medienflittchen. erzählt mir was - dann höre ich gern zu.
Miss Manierlich - 18. Jul, 21:53
