Warten
seitdem ich denken kann, habe ich immer auf etwas gewartet. just in diesem moment schweifen meine gedanken vom büro in richtung meiner küche, wo in einer grünen papiertüte und auf einem geringelten unterteller zwei dinge liegen, denen mein neuestes warten gilt.
ich liebe brioche. ich sagte: brioche. nicht irgendein halbsüsses hefedings in muffinform. sondern wirkliche, in leicht gefetteten förmchen ausgebackene brioche, die an der oberseite durch ein brustwarzenförmiges knübbelchen gekrönt werden. lieber als broche mag ich eigentlich nur noch eins: ein brioche, das einen tag alt ist. abends am schreibtisch esse ich gern ein halbaltes brioche und selbiges wartet jetzt auf dem küchentisch aufs alt- und leichttrocken-werden. auf dem unterteller harrt eine avocado aufs weichwerden. nachdem ich so ziemlich alle dämlichen avocado-erweichungstricks (darunter solche schwachsinnigen wie denjenigen, die avocado mit einem apfelschnitz in einer plastiktüte zu legen) ausprobiert habe, wage ich zu behaupten: zwei, drei tage warten sind das beste für totschläger-avocados.
zeit, in der ich auf etwas warte ist mitnichten verlorene zeit, wie prinz genji, die barocke frohnatur gern mal sagt. im gegenteil: die zeit des wartens ist die erfüllteste überhaupt. ganz einfach deswegen, weil man sich nie stärker auf einen gegenstand konzentriert als auf das, was gerade erwartet wird. warten ist der zustand äusserster antizipation. nie ist man so ausgefüllt von einem gegenstand, als in der aufgeregten warte-stellung.
füsse laufen frischlackiert gedanklich über kühlen fussboden, tomatensoße schlängelt sich lavagleich durch olivenölige pasta, der schmalere bauch zeichnet sich zärtlich unter einem leinenkleid ab.
ich warte eigentlich ganz gern - der zustand ist so herrlich konzentriert und keine sekunde abschweifend. gerade klingelt das telefon.
ich liebe brioche. ich sagte: brioche. nicht irgendein halbsüsses hefedings in muffinform. sondern wirkliche, in leicht gefetteten förmchen ausgebackene brioche, die an der oberseite durch ein brustwarzenförmiges knübbelchen gekrönt werden. lieber als broche mag ich eigentlich nur noch eins: ein brioche, das einen tag alt ist. abends am schreibtisch esse ich gern ein halbaltes brioche und selbiges wartet jetzt auf dem küchentisch aufs alt- und leichttrocken-werden. auf dem unterteller harrt eine avocado aufs weichwerden. nachdem ich so ziemlich alle dämlichen avocado-erweichungstricks (darunter solche schwachsinnigen wie denjenigen, die avocado mit einem apfelschnitz in einer plastiktüte zu legen) ausprobiert habe, wage ich zu behaupten: zwei, drei tage warten sind das beste für totschläger-avocados.
zeit, in der ich auf etwas warte ist mitnichten verlorene zeit, wie prinz genji, die barocke frohnatur gern mal sagt. im gegenteil: die zeit des wartens ist die erfüllteste überhaupt. ganz einfach deswegen, weil man sich nie stärker auf einen gegenstand konzentriert als auf das, was gerade erwartet wird. warten ist der zustand äusserster antizipation. nie ist man so ausgefüllt von einem gegenstand, als in der aufgeregten warte-stellung.
füsse laufen frischlackiert gedanklich über kühlen fussboden, tomatensoße schlängelt sich lavagleich durch olivenölige pasta, der schmalere bauch zeichnet sich zärtlich unter einem leinenkleid ab.
ich warte eigentlich ganz gern - der zustand ist so herrlich konzentriert und keine sekunde abschweifend. gerade klingelt das telefon.
Miss Manierlich - 21. Jul, 12:13
