Auswärtiges Mahl
mit dem essen in fremden gefilden ist das ja immer so eine sache - zu gern fällt man als gast böse auf die schnauze, wenn man wahllos den verlockungen ausgestellter speisekarten oder den wünschen des gierenden bauches nachgibt.
was läge also näher, als den perlen der bereisten küche tribut zu zollen und potenziell im urlaub suchenden erlesene lokalitäten zu empfehlen? für eher seltsame erfahrungen empfehle ich natürlich weiterhin den herrn paulsen.

essen in london ist ja so eine sache. wer wenig lust verspürt, sich zu seinen fish´n chips ein sauer eingelegtes ei aus einem mit trüber flüssigkeit gefülltem glas fischen zu lassen (gern steckt der fischende arm bis zum ellbogen im behältnis), der latscht mit pech in eine der touristenklitschen rund um den oxford circus oder landet bei subways und co.
dabei ist die lösung doch so einfach, denn london heisst für mich: tagsüber literweise zuckeriges bechergesöff beim sternchenbock (jaja - kaffee aus seattle ist böse, ich weiss) und abends dann arabisch-libanesische völlerei. im ernst: wer londons indische und arabische restaurants meidet um etwa steaks aus den prächtigen und reizenden schottischen zottelrindern zu prohibitiven preisen zu essen, der spinnt. den erstens sind die zottelrinder bezaubernde tiere, zweitens pulsiert in londons kulinarischem herz nunmal ein güldenes samosa mit mezze-adern.
für eingeweihte mit durchschnittseinkommen empfehlen sich maroush und das großartige fakhreldine.
maroush hat in den letzten jahren offenkundig kräftig expandiert - in der nähe von marble arch findet sich ein gefühltes dutzend maroushs - persönlich kenne ich nur das ur-maroush, das rundweg zu empfehlen ist. auf dem rückweg zur u-bahn kann der geneigte herr seine tischdame heldenhaft an die brust drücken - ab 23.00 finde ich persönlich das ambiente im angeschlossenen aussengelände nämlich ein wenig, nunja, befremdlich und milde furcheinflössend.
weniger furcheinflössend, nämlich fusswegig 10 minuten richtung piccadilly/hyde park gelegen, findet sich meine persönliche libanesische lieblingsoase. die äusserlich nicht sonderliche anregende ausgestaltung wird ignoriert und man trippelt eine hühnerleitigerige stiege ins obergeschoß, das recht kühl in granatapfelsirup-magenta und zartbitterschokoladen-braun eingerichtet ist und hofft, dass man keinen der tische am fenster erwischt, sondern sich in die sofas kuscheln darf.
los gehts mit einem vorspeisigen bad aus kichererbsenbrei, auf dem ein spiegel aus goldenem olivenöl schimmert und taboulé. ein wörtchen zum taboulé: wer darunter zermörsertes getreide mit einem hauch grünzeug versteht, ist ein barbar. taboulé sollte zu mindestens drei vierteln aus frischer petersilie und reichlich limettensaft bestehen - das säuerliche des salats harmoniert übrigens perfekt mit einem nichtalkoholischen getränk, in dem geröstete pinienkerne wie strandschönheiten schwimmen. auch wenn es nur ein aufgeblähtes pita-brötchen ist, freue ich mich trotzdem jedesmal auf das mit dickem leinen abgedeckte tablett, unter dem die schwanger-gedämpften leiber des brotes ruhen.
was die hauptgerichte angeht ist libanesische küche die kulinarische umsetzung des wysiwyg - auf dem teller findet sich exakt das, was auf der karte angekündigt wird. steht da also beispielsweise das sehr zu empfehlende maisgemästete hühnchen mit honiggedämpften kirschen, dann gibt es auch nur das. netterweise verzichtet das fakhreldine nämlich auf den üblichen halbverwelkten garnitur-quatsch oder sogenannte sättigungsbeilagen und serviert äusserst reduziert eben jene masthuhnbrüstchen mit einem hagelsturm aus kirschen. und genau so soll es auch sein. als dessert empfehle ich die schokoladencreme, diie die konsistenz von torf und den komprimierten gehalt von zwei kilo mousse hat und danach einen gemütlichen spaziergang zurück zu marble arch.
was läge also näher, als den perlen der bereisten küche tribut zu zollen und potenziell im urlaub suchenden erlesene lokalitäten zu empfehlen? für eher seltsame erfahrungen empfehle ich natürlich weiterhin den herrn paulsen.

essen in london ist ja so eine sache. wer wenig lust verspürt, sich zu seinen fish´n chips ein sauer eingelegtes ei aus einem mit trüber flüssigkeit gefülltem glas fischen zu lassen (gern steckt der fischende arm bis zum ellbogen im behältnis), der latscht mit pech in eine der touristenklitschen rund um den oxford circus oder landet bei subways und co.
dabei ist die lösung doch so einfach, denn london heisst für mich: tagsüber literweise zuckeriges bechergesöff beim sternchenbock (jaja - kaffee aus seattle ist böse, ich weiss) und abends dann arabisch-libanesische völlerei. im ernst: wer londons indische und arabische restaurants meidet um etwa steaks aus den prächtigen und reizenden schottischen zottelrindern zu prohibitiven preisen zu essen, der spinnt. den erstens sind die zottelrinder bezaubernde tiere, zweitens pulsiert in londons kulinarischem herz nunmal ein güldenes samosa mit mezze-adern.
für eingeweihte mit durchschnittseinkommen empfehlen sich maroush und das großartige fakhreldine.
maroush hat in den letzten jahren offenkundig kräftig expandiert - in der nähe von marble arch findet sich ein gefühltes dutzend maroushs - persönlich kenne ich nur das ur-maroush, das rundweg zu empfehlen ist. auf dem rückweg zur u-bahn kann der geneigte herr seine tischdame heldenhaft an die brust drücken - ab 23.00 finde ich persönlich das ambiente im angeschlossenen aussengelände nämlich ein wenig, nunja, befremdlich und milde furcheinflössend.
weniger furcheinflössend, nämlich fusswegig 10 minuten richtung piccadilly/hyde park gelegen, findet sich meine persönliche libanesische lieblingsoase. die äusserlich nicht sonderliche anregende ausgestaltung wird ignoriert und man trippelt eine hühnerleitigerige stiege ins obergeschoß, das recht kühl in granatapfelsirup-magenta und zartbitterschokoladen-braun eingerichtet ist und hofft, dass man keinen der tische am fenster erwischt, sondern sich in die sofas kuscheln darf.
los gehts mit einem vorspeisigen bad aus kichererbsenbrei, auf dem ein spiegel aus goldenem olivenöl schimmert und taboulé. ein wörtchen zum taboulé: wer darunter zermörsertes getreide mit einem hauch grünzeug versteht, ist ein barbar. taboulé sollte zu mindestens drei vierteln aus frischer petersilie und reichlich limettensaft bestehen - das säuerliche des salats harmoniert übrigens perfekt mit einem nichtalkoholischen getränk, in dem geröstete pinienkerne wie strandschönheiten schwimmen. auch wenn es nur ein aufgeblähtes pita-brötchen ist, freue ich mich trotzdem jedesmal auf das mit dickem leinen abgedeckte tablett, unter dem die schwanger-gedämpften leiber des brotes ruhen.
was die hauptgerichte angeht ist libanesische küche die kulinarische umsetzung des wysiwyg - auf dem teller findet sich exakt das, was auf der karte angekündigt wird. steht da also beispielsweise das sehr zu empfehlende maisgemästete hühnchen mit honiggedämpften kirschen, dann gibt es auch nur das. netterweise verzichtet das fakhreldine nämlich auf den üblichen halbverwelkten garnitur-quatsch oder sogenannte sättigungsbeilagen und serviert äusserst reduziert eben jene masthuhnbrüstchen mit einem hagelsturm aus kirschen. und genau so soll es auch sein. als dessert empfehle ich die schokoladencreme, diie die konsistenz von torf und den komprimierten gehalt von zwei kilo mousse hat und danach einen gemütlichen spaziergang zurück zu marble arch.
Miss Manierlich - 31. Jul, 14:01
