Porshe
wenn dein freund einer ist, der zartrosafarbene hemden mit john-travolta-krägen zu fliederfarbener krawattierung trägt, dann bist du eine arme sau. und natürlich hast du nichts besseres verdient, als boxershorts mit unlustigen comicmotiven im bad und die verdammte diddl-tasse, aus der du seit jahren deinen milch-espresso-mix, liebevoll latte genannt, schlürfst. ich gönne dir von herzen die angeschmuddelten kleinen abendessen bei "eurem" italiener, der so italienisch ist, dass er eigentlich "pizzeria da kevin" heissen müsste - vermutlich isst du gern gemischten salat mit putenfleisch, das so massenwarig und ekelhaft langfaserig ist, dass man sich die zahnseide danach spart. selbiges geschieht, während dein pendant in einer widerlichkeit namens calzone wühlt, und gepressten schinken und vollfetten käse mit der gabel aufwickeln muss, und danach mit kennermine zwei espressiii bestellt, weil das mit dem plural eben so ist, am mittelmeer. ganz bestimmt bekommt dein freund glasige augen, wenn er auf dem heimweg an einer kleinen weissacher peinlichkeit vorbei kommt. oder noch schlimmer: du siehst dich bereits mit gepünkteltem tuch im haar damit bei h&m vorfahren. (nicht dass ich etwas gegen hennes´sche bekleidung oder polka dots hätte. dazu nur drei worte: viktor und rolf!) porschefahrer haben nämlich keine kleinen schwänze, sondern schlichtweg ein problem, dass man mit dem sinnspruch umreissen könnte, das man schlechten geschmack eben doch kaufen kann. kleine schwänze haben nur die porsche-gutfinder, die für das angeschmachtete auto glatt die nächsten jahre auf ihren all-inclusive-urlaub in der domrep verzichten würden.
man ahnt es vielleicht schon: genji besitzt so ein neureiches gefährt. und um hier direkt ein vorurteil aus der welt zu räumen und ein neues an seine stelle zu setzen: ich finde das auto extrem peinlich. was mitnichten daran liegt, dass ich kleine, übermotorisierte nussschalen nicht mögen oder lieber mit einem bastkörbchen voll porree und einem fahrradhelm überm arm mit öffentlichen verkehrsmitteln durchs leben schaukeln würde. autos sind großartig. zügiges fahren ist großartig. schleichlinge von der linken spur drängeln ist großartig. das satte klacken der zentralverriegelung ist ebenso hirnfickig, wie motorgeräusche rund um fünfeinhalbtausend umdrehungen. aber für einen porsche habe ich einfach nicht den richtigen mann, bzw. selbiger hat nicht das richtige auto. sinnvoller wäre der wagenwert beispielsweise in einem schönen, nachtschwarzen ringträger investiert, in dem man wie auf einer kutsche thront, und gleichzeitig dutzendweisse pferde mit flammend-peitschendem schaltfinger vor sich herprügelt.
der großartige beigbeder hat in der marronnier-trilogie gefragt, was der unterschied zwischen einem jungen mädchen und einem porsche ist: papa schimpft nicht, wenn du das mädel ruinierst.
ein porsche passt nicht zu genji, passt nicht zu mir, passt nicht zu einem barocken gemüt, dass an keinem bratwurststand vorbeigehen kann, sich in der badewanne wonnevoll "schiffbruch mit tiger" vorlesen lässt, und ein gesicht, so weich wie eine ponynase hat. für den transport des nougatfarbenen hundes besitzt die familie einen museumsreifen golf (wochenlanges objekt böswilliger scherze meinerseits, da am heck in gut lesbaren lettern doch tatsächlich "bogner-edition"(sic!) prangt), den ich der veilchenfarbenen schandbarkeit jederzeit vorziehen würde, auch wenn im fond gern mal ein angebissenes schweineöhrchen liegt.
ich hasse das bild, das wir gemeinsam an einer ampel abgeben müssen - und dafür muss genji zur vollendung der midlife-attitüde noch nicht einmal polohemden von la martina und pradaslipper tragen. ich hasse den umstand, dass es einen porschegenji und einen och-lass-uns-doch-mein-auto-nehmen-genji gibt. wenn das gewisse röhren das einparken des rennveilchens unterm fenster verrät, ist es zeit, lidstrich und gloss von den lippen zu wischen und in fadenscheinige jeans zu schlüpfen, um zumindest einen winzigen visuellen kontrapunkt zu genjis sugardaddy-attitüde zu setzen. im sommer, wenn der horror des eingefahrenen verdecks droht, fange ich auch gern mal einen kleinen krach im auto an weil ich hoffe, dass mein keifiger gesichtsausdruck erahnen lässt, dass ich mich zumindest nicht allzu wohl fühle. was kommt denn als nächstes: cafe del mar statt den subways und muse? ein eames chair oder ein headset von b&o? muss ich mich in nude-farbene fähnchen pressen und auf alle glatten oberflächen strass applizieren? im stand drehende goldfelgen und violette bodenbeleuchtung? ich meine: das ding hat nicht einmal ein handschuhfach - aber dafür gefühlte sieben getränkehalter und nach jeder durchsicht gibt´s einen schokoladenporsche und den gesammelten kram, der im auto herumfliegt (siehe: kein handschuhfach) in einer hübsch geprägten porschebox.
und jetzt spielt das rennveilchen auch noch in einem blödsinnigen film mit. dass es eine hübsche arschstuckapplikation am ausfahrenden spoiler und die stimme von hohlbirne bettina zimmermann hat, tut der prinzenfreude keinen abbruch. ich könnte schwören, dass heute mittag eine minipackung kleenex mit comicporsche aus dem rucksack lugte, aber das bestreitet er natürlich.
draussen vorm fenster steht mein kleiner pole, der des nächtens die farbe einer feuchten schwarzen perle hat und reckt mir erwartungsvoll seinen massigen arsch, unter dessen röcken großvater matzerath auf dem kartoffelacker reichlich platz gefunden hätte, entgegen. im nächsten film (so würde ich ihm gern zuflüstern) spielst du die hauptrolle und rettest fräulein binoche aus einem verwunschenen gärtchen vor einem kannibalenschwarm. versprochen.
man ahnt es vielleicht schon: genji besitzt so ein neureiches gefährt. und um hier direkt ein vorurteil aus der welt zu räumen und ein neues an seine stelle zu setzen: ich finde das auto extrem peinlich. was mitnichten daran liegt, dass ich kleine, übermotorisierte nussschalen nicht mögen oder lieber mit einem bastkörbchen voll porree und einem fahrradhelm überm arm mit öffentlichen verkehrsmitteln durchs leben schaukeln würde. autos sind großartig. zügiges fahren ist großartig. schleichlinge von der linken spur drängeln ist großartig. das satte klacken der zentralverriegelung ist ebenso hirnfickig, wie motorgeräusche rund um fünfeinhalbtausend umdrehungen. aber für einen porsche habe ich einfach nicht den richtigen mann, bzw. selbiger hat nicht das richtige auto. sinnvoller wäre der wagenwert beispielsweise in einem schönen, nachtschwarzen ringträger investiert, in dem man wie auf einer kutsche thront, und gleichzeitig dutzendweisse pferde mit flammend-peitschendem schaltfinger vor sich herprügelt.
der großartige beigbeder hat in der marronnier-trilogie gefragt, was der unterschied zwischen einem jungen mädchen und einem porsche ist: papa schimpft nicht, wenn du das mädel ruinierst.
ein porsche passt nicht zu genji, passt nicht zu mir, passt nicht zu einem barocken gemüt, dass an keinem bratwurststand vorbeigehen kann, sich in der badewanne wonnevoll "schiffbruch mit tiger" vorlesen lässt, und ein gesicht, so weich wie eine ponynase hat. für den transport des nougatfarbenen hundes besitzt die familie einen museumsreifen golf (wochenlanges objekt böswilliger scherze meinerseits, da am heck in gut lesbaren lettern doch tatsächlich "bogner-edition"(sic!) prangt), den ich der veilchenfarbenen schandbarkeit jederzeit vorziehen würde, auch wenn im fond gern mal ein angebissenes schweineöhrchen liegt.
ich hasse das bild, das wir gemeinsam an einer ampel abgeben müssen - und dafür muss genji zur vollendung der midlife-attitüde noch nicht einmal polohemden von la martina und pradaslipper tragen. ich hasse den umstand, dass es einen porschegenji und einen och-lass-uns-doch-mein-auto-nehmen-genji gibt. wenn das gewisse röhren das einparken des rennveilchens unterm fenster verrät, ist es zeit, lidstrich und gloss von den lippen zu wischen und in fadenscheinige jeans zu schlüpfen, um zumindest einen winzigen visuellen kontrapunkt zu genjis sugardaddy-attitüde zu setzen. im sommer, wenn der horror des eingefahrenen verdecks droht, fange ich auch gern mal einen kleinen krach im auto an weil ich hoffe, dass mein keifiger gesichtsausdruck erahnen lässt, dass ich mich zumindest nicht allzu wohl fühle. was kommt denn als nächstes: cafe del mar statt den subways und muse? ein eames chair oder ein headset von b&o? muss ich mich in nude-farbene fähnchen pressen und auf alle glatten oberflächen strass applizieren? im stand drehende goldfelgen und violette bodenbeleuchtung? ich meine: das ding hat nicht einmal ein handschuhfach - aber dafür gefühlte sieben getränkehalter und nach jeder durchsicht gibt´s einen schokoladenporsche und den gesammelten kram, der im auto herumfliegt (siehe: kein handschuhfach) in einer hübsch geprägten porschebox.
und jetzt spielt das rennveilchen auch noch in einem blödsinnigen film mit. dass es eine hübsche arschstuckapplikation am ausfahrenden spoiler und die stimme von hohlbirne bettina zimmermann hat, tut der prinzenfreude keinen abbruch. ich könnte schwören, dass heute mittag eine minipackung kleenex mit comicporsche aus dem rucksack lugte, aber das bestreitet er natürlich.
draussen vorm fenster steht mein kleiner pole, der des nächtens die farbe einer feuchten schwarzen perle hat und reckt mir erwartungsvoll seinen massigen arsch, unter dessen röcken großvater matzerath auf dem kartoffelacker reichlich platz gefunden hätte, entgegen. im nächsten film (so würde ich ihm gern zuflüstern) spielst du die hauptrolle und rettest fräulein binoche aus einem verwunschenen gärtchen vor einem kannibalenschwarm. versprochen.
Miss Manierlich - 14. Sep, 00:47
