Ich wünsch´mir eine Kohlenrampe
ich mag ja nicht wirklich viele menschen. von mir aus dürften rund drei viertel aller mir bekannten menschen just in diesem moment in flammen aufgehen oder sich wie durch unbemerkte heliuminfusion als ballons in den himmel erheben und richtung sonne entschweben. unangenehme menschen könnten im herbst als welkes bekanntschaftslaub auf die straße gekotzt und in plastiksäcken zusammengekehrt auf abholung warten. sie könnten sich wie trübsinnige barsche ganz nach unten in richtung tümpelschleim absenken und dort ein paar jahre in kältestarre verharren. solche leute könnten sich aus all´ dem tand, der jetzt als sperrmüll am straßenrand steht wie die bastelkrabben ein häuschen bauen und arsch voran hineinkrabbeln.
im herbst mag ich plötzlich niemanden mehr. vielleicht auch deshalb, weil der sommer die besseren möglichkeiten bietet, dem geschmeiss zu entgehen, das sich auf grünflächen in triangelbikini räkelt, billige vormarinierte steaks auf einweggrills röstet oder auf idiotenband-festivals faxebier aus büchsen trinkt. im herbst fällt mir immer als erstes auf, wie schwierig es wird, den leuten aus dem weg zu gehen, die jahreszeitlich bedingt nun wieder gleichmässig auf vormals potenzielle rückzugsorte verteilt werden.
jetzt hätte ich gern eine kleine höhle irgendwo in einem lagerraum eines örtlichen kaufhauses. ganz hinten zwischen den bikiniständern und den plastikpalmwedeln. ich könnte auf einem bettchen aus pina-colada-instantsäcken schlafen - nachts wärmt ein feuerchen aus barbiefarbenen cowboyhüten und nudefarbenen schlampenfähnchen für anorektikerinnen.
während andernorts überall die sex-and-the-city-collectors-boxen aus dem kombi-hifi-regal gekramt werden und man es sich mit amicelli und frischföhnfrisurierten freundinnen auf dem knautschledersofa proseccogiggelig bequem macht, krieche ich igelhaft durch mein lager und schleppe alles, was an meinen dornen kleben bleibt in mein domizil, bastele konsumkastanienmännchen aus weggewworfenen diplomatenfähnchenstangen und kugelig zusammengeknüllten leggins. vielleicht schlürfe ich (früher wurde mir immer erzählt, igel würden eier gern mögen und ich stellte es mir sehr hübsch vor, wenn igel einander mit galanter pobewegung ein ei aufstechen würden..) auch ein ei und warte unter meiner kohlenrampe, was als nächstes zu mir auf den friedhof der jahreszeiten gespült wird. sobald ich beispielsweise ein halbes dutzend abgelegte champagnerfarbene mopsmännchen hätte, könnte ich mein persönliches schlittenrennen veranstalten, bei dem ich als verkehrskegel missbrauchte wedges umkurve und danach in einen der riesigen rosafarbenen, von ellen von unwerth geschmackvoll inszenierten tally-weijl-hasen sinke.
ganz sicher würde von zeit zu zeit ein schwall rhabarber-schorle die rampe herabströmen - dann gilt es, schleunigst einen der robbie-williams-fanbecher unterzustellen, um nichts vom süssen nektar zu verschwenden. mit zwei besonders hübschen exemplaren güldener ballerinas könnte ich chaplins brötchentanz aufführen - anderswo greifen blasser werdende sommerschönheiten zu einem extrabecher creme double fürs maggi fix für moussaka, dessen auswirkungen man unter einem schaurigen wasserfallkragenpullover man nicht mehr ganz so doll sieht. dämliche freche-frauen-romane rutschen in den kettenbuchläden innerstädtischer malls im regal nach vorn - ich breche mir an einer ladung daniel kehlmann rampenendig den rechten arm, in meiner kartause des verspäteten sommers.
so, wie kinski laut einer legende werner herzogs einmal auf einem dachboden voller laub lebte, und sich bei läuten des postboten nackt und mit rudernden armen zur tür quälen musste, schiebe ich mich durch ein meer aus den devotionalien fremder sommer vorwärts, während die verbrecherischen urheber meinen oberirdischen herbst durch ihre anwesenheit stören. sie lungern in sommers ausgestorbenen kinosälen und belagern die supermarktregale, in denen dunkle kuvertüre und hirschhornsalz gelagert werden. die jahreszeitlemminge strafen meinen herbst und winter mit einer doppelten, cocktailkirschengeschmückten überpräsenz, quasi als strafe für das geschenk ihrer sommerlichen absenz. sie erdenken intellektuell schmalhüftige reime über güldenes laub und plumpe metaphern, in denen herbststürme und vanitas die hauptrolle spielen - ihre sommergedichte schmeckte zumindest folgerichtig nach verschüttetem alkohol auf biergarniturenholz. der herbst bringt das ekelhafteste der sommerlustigen zum vorschein - eine trübe form der besinnlichkeit und des nestbaus, illuminiert mit teelichtern aus dem kilosack von ikea.
wenn es ein böllsches höheres wesen, das wir verehren gibt, dann macht es, dass ganz schnell wieder sommer wird, damit das gesocks wieder sein angestammtes revier zwischen eisdiele und baggersee bevölkern kann und mir die göttliche ruhe pöbelfreier lustplätze wiederschenkt. gerade rauschen übrigens zwei presswehen voll kunstperlenketten und neckholdertops die rampe herunter und das mopssextett balgt sich um einen kunstseidenen trainingsanzug aus der hennes-und-mauritzschen madonnakollektion. wenn es wie in den vergangenen wochen hier etwas ruhiger wird: keine bange, ich arbeite fremde sommer auf.
im herbst mag ich plötzlich niemanden mehr. vielleicht auch deshalb, weil der sommer die besseren möglichkeiten bietet, dem geschmeiss zu entgehen, das sich auf grünflächen in triangelbikini räkelt, billige vormarinierte steaks auf einweggrills röstet oder auf idiotenband-festivals faxebier aus büchsen trinkt. im herbst fällt mir immer als erstes auf, wie schwierig es wird, den leuten aus dem weg zu gehen, die jahreszeitlich bedingt nun wieder gleichmässig auf vormals potenzielle rückzugsorte verteilt werden.
jetzt hätte ich gern eine kleine höhle irgendwo in einem lagerraum eines örtlichen kaufhauses. ganz hinten zwischen den bikiniständern und den plastikpalmwedeln. ich könnte auf einem bettchen aus pina-colada-instantsäcken schlafen - nachts wärmt ein feuerchen aus barbiefarbenen cowboyhüten und nudefarbenen schlampenfähnchen für anorektikerinnen.
während andernorts überall die sex-and-the-city-collectors-boxen aus dem kombi-hifi-regal gekramt werden und man es sich mit amicelli und frischföhnfrisurierten freundinnen auf dem knautschledersofa proseccogiggelig bequem macht, krieche ich igelhaft durch mein lager und schleppe alles, was an meinen dornen kleben bleibt in mein domizil, bastele konsumkastanienmännchen aus weggewworfenen diplomatenfähnchenstangen und kugelig zusammengeknüllten leggins. vielleicht schlürfe ich (früher wurde mir immer erzählt, igel würden eier gern mögen und ich stellte es mir sehr hübsch vor, wenn igel einander mit galanter pobewegung ein ei aufstechen würden..) auch ein ei und warte unter meiner kohlenrampe, was als nächstes zu mir auf den friedhof der jahreszeiten gespült wird. sobald ich beispielsweise ein halbes dutzend abgelegte champagnerfarbene mopsmännchen hätte, könnte ich mein persönliches schlittenrennen veranstalten, bei dem ich als verkehrskegel missbrauchte wedges umkurve und danach in einen der riesigen rosafarbenen, von ellen von unwerth geschmackvoll inszenierten tally-weijl-hasen sinke.
ganz sicher würde von zeit zu zeit ein schwall rhabarber-schorle die rampe herabströmen - dann gilt es, schleunigst einen der robbie-williams-fanbecher unterzustellen, um nichts vom süssen nektar zu verschwenden. mit zwei besonders hübschen exemplaren güldener ballerinas könnte ich chaplins brötchentanz aufführen - anderswo greifen blasser werdende sommerschönheiten zu einem extrabecher creme double fürs maggi fix für moussaka, dessen auswirkungen man unter einem schaurigen wasserfallkragenpullover man nicht mehr ganz so doll sieht. dämliche freche-frauen-romane rutschen in den kettenbuchläden innerstädtischer malls im regal nach vorn - ich breche mir an einer ladung daniel kehlmann rampenendig den rechten arm, in meiner kartause des verspäteten sommers.
so, wie kinski laut einer legende werner herzogs einmal auf einem dachboden voller laub lebte, und sich bei läuten des postboten nackt und mit rudernden armen zur tür quälen musste, schiebe ich mich durch ein meer aus den devotionalien fremder sommer vorwärts, während die verbrecherischen urheber meinen oberirdischen herbst durch ihre anwesenheit stören. sie lungern in sommers ausgestorbenen kinosälen und belagern die supermarktregale, in denen dunkle kuvertüre und hirschhornsalz gelagert werden. die jahreszeitlemminge strafen meinen herbst und winter mit einer doppelten, cocktailkirschengeschmückten überpräsenz, quasi als strafe für das geschenk ihrer sommerlichen absenz. sie erdenken intellektuell schmalhüftige reime über güldenes laub und plumpe metaphern, in denen herbststürme und vanitas die hauptrolle spielen - ihre sommergedichte schmeckte zumindest folgerichtig nach verschüttetem alkohol auf biergarniturenholz. der herbst bringt das ekelhafteste der sommerlustigen zum vorschein - eine trübe form der besinnlichkeit und des nestbaus, illuminiert mit teelichtern aus dem kilosack von ikea.
wenn es ein böllsches höheres wesen, das wir verehren gibt, dann macht es, dass ganz schnell wieder sommer wird, damit das gesocks wieder sein angestammtes revier zwischen eisdiele und baggersee bevölkern kann und mir die göttliche ruhe pöbelfreier lustplätze wiederschenkt. gerade rauschen übrigens zwei presswehen voll kunstperlenketten und neckholdertops die rampe herunter und das mopssextett balgt sich um einen kunstseidenen trainingsanzug aus der hennes-und-mauritzschen madonnakollektion. wenn es wie in den vergangenen wochen hier etwas ruhiger wird: keine bange, ich arbeite fremde sommer auf.
Miss Manierlich - 24. Okt, 22:24
