Rückblickliches
wenn das für die übertragung der londonbilder zwingend notwendige kabel nicht auf dem grunde von genjis koffer schlummern würde, könnte ich jetzt ein paar impressionen versprühen. beispielsweise eine kleine auswahl von santa´s grotto-bildern - mein diesjähriger liebling befand sich übrigens bei canary wharf in den ganz und gar bezaubernden docklands. ich könnte ein bild einer frostblauen hand, die ein stückchen brot in kichererbsenbrei taucht hochladen oder einen wackeliges bild der goldenen drahtgetiere in der selfdridges-weihnachtsdekoration. heathrow-eindrücke aus der nacht vom 22. auf den 23. dezember entfallen, dafür sähe man eventuell eine entspannt-übernächtigt wippende schuhspitze, spätnachmittags in stansted, während anderthalb meter höher erleichtert-mütterliche freudenlaute aus dem telefon glucksen. das wesentlichste wäre ja doch nicht zu sehen, wie beispielsweise das prohibitiv teure halbe pfund kirschen in der türkisen hoflieferantentüte oder die güldenen ankle boots an erfrorenen zehen, die dem letzten bus hinterher hoppeln. wesentlich war es eigentlich nur furchtbar kalt und ich sehe rückblickend mein durch die schaufensterspieglungen dahinziehendes ebenbild mit vor kälte hochgezogenen schultern.
ich könnte erzählen, dass ich das erste mal seit beginn meiner erinnernden eigenzeitrechnung nicht erlebt habe, wie mein vater durch geschicktes platzieren von bohrlöchern und der ecke hinterm klavier zum opfer gefallenen nordmannästen den baum voluminöser schummelt, sondern direkt das fertige resultat in augenschein nahm. eigentlich war ich aber viel zu beschäftigt damit, an genji zu denken. oder vielmehr daran, wie er die (wie nabokov so schön, allerdings in anderem kontext, sagte) heissfeuchte äffchenpfote von c. haltend, dem lustigen treiben unterm familiären weihnachtsbaume zuschaut und ab und an hegemonial sein barockes lachen erklingen lässt, wenn die monsterbrut ein besonders exquisites päckchen entblättert, dessen inhalt wir gemeinsam ausgesucht haben. es verwundert wohl kaum, dass ich während der feiertage, tief in den heimischen uterus verbuddelt, besonders nah an der realität gebaut bin. je mehr räumlichen abstand ich zwischen uns und mich bringe, desto realistischer lässt sich die situation betrachten.
wieder zurück in der limettengrünen ghettowohnung empfängt mich genji mit dem charme eines überdrehten welpen. die gewächse hat er gegossen, den vergessenen salat im kühlschrank vorsorglich entfernt und die heizung auf kuscheliges willkommen eingestellt. in der küche rosmarint der duft scheinheiliger wiedersehensfreude, das von meiner mutter für ihn eingepackte ragout erspäht das adlernde wichtelauge sofort, c. hat am ersten feiertag ihr auto zu blech gefahren, was man wohl als ersatz besorgt...? unter genjis plappern entpacke ich bedächtig das aufgelaufene gepäck von zweieinhalb wochen, die neue kaffeemaschine entlüftet automatisch und saugt zu mahlendes die bohnenrutsche hinab. kurz denke ich an ren und stimpy, den soundtrack von moby dick und herrn spinell.
ich könnte erzählen, dass ich das erste mal seit beginn meiner erinnernden eigenzeitrechnung nicht erlebt habe, wie mein vater durch geschicktes platzieren von bohrlöchern und der ecke hinterm klavier zum opfer gefallenen nordmannästen den baum voluminöser schummelt, sondern direkt das fertige resultat in augenschein nahm. eigentlich war ich aber viel zu beschäftigt damit, an genji zu denken. oder vielmehr daran, wie er die (wie nabokov so schön, allerdings in anderem kontext, sagte) heissfeuchte äffchenpfote von c. haltend, dem lustigen treiben unterm familiären weihnachtsbaume zuschaut und ab und an hegemonial sein barockes lachen erklingen lässt, wenn die monsterbrut ein besonders exquisites päckchen entblättert, dessen inhalt wir gemeinsam ausgesucht haben. es verwundert wohl kaum, dass ich während der feiertage, tief in den heimischen uterus verbuddelt, besonders nah an der realität gebaut bin. je mehr räumlichen abstand ich zwischen uns und mich bringe, desto realistischer lässt sich die situation betrachten.
wieder zurück in der limettengrünen ghettowohnung empfängt mich genji mit dem charme eines überdrehten welpen. die gewächse hat er gegossen, den vergessenen salat im kühlschrank vorsorglich entfernt und die heizung auf kuscheliges willkommen eingestellt. in der küche rosmarint der duft scheinheiliger wiedersehensfreude, das von meiner mutter für ihn eingepackte ragout erspäht das adlernde wichtelauge sofort, c. hat am ersten feiertag ihr auto zu blech gefahren, was man wohl als ersatz besorgt...? unter genjis plappern entpacke ich bedächtig das aufgelaufene gepäck von zweieinhalb wochen, die neue kaffeemaschine entlüftet automatisch und saugt zu mahlendes die bohnenrutsche hinab. kurz denke ich an ren und stimpy, den soundtrack von moby dick und herrn spinell.
Miss Manierlich - 30. Dez, 22:53
