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ich lese ja unglaublich gern hochglanzmagazine, frauenzeitungen, lifestyle-blättchen und park avenue (sollte vanity fair auch nur halb so großartig werden, wie ich erwarte, wird dafür das halboffizielle kioskabo von gala gecancelt.). max gehört definitiv in diesen illustren reigen überteuerter badewannen-blätterware : ich finde es großartig, wenn im sektor "what´s hot?" jemand den mut hat zu trompeten, mit einer herrenhandtasche und kroko loafers von tod´s könne man eigentlich nicht falsch angezogen sein. das käme auf den einzelfall an: es hat mich zweieinhalb jahre gekostet, genji in endlos wiederholten, teils freundlichen teils drohenden bitten, ansprachen und herrenausstattervorlesungen von den banalsten bekleidungs-grundlagen zu überzeugen. jetzt trägt er zumindest immer ein anständiges shirt unterm hemd, hat taillierte, blousonhafte cord- und lederjacken entsorgt und vermeidet großformatige aufdrucke sowie die farben rot und gelb. herrenhandtasche und kroko loafers? ha! ha!
zurück zu max und einer rubrik auf der letzten seite, die sich der knappen beantwortung einer frage durch zwei möglichst konträr angelegte personen widmet. in der aktuellen ausgabe ist dies endlich mal wieder ein klassiker: angenommen, es verblieben noch flotte 24 stunden - wie füllt man diese aus, hm?
zuerst habe ich die antwort der dame gelesen, die sich auch gleich richtig schön weibisch gab. noch 24 stunden? kein problem: noch einmal tief den geruch grünen grases inhallieren, ein letztes ründchen yoga (sic!!!!) geniessen, im offenen meer schwimmen (ich wette, sie wünscht sich dabei noch ein paar delphine, die sie umquietschen) und so weiter... der herr war da schon sympathischer, nahm erstmal ein schlafmittel um nicht einzunicken und kontaktierte danach alle bekannten damen, um ein letztes fickdate auszumachen.
hätte ich persönlich noch 24 stunden zeit, dann würde ich diese ungefähr wie folgt verbringen:
zunächst einmal: allen alles sagen, was ich seit mehreren jahren aufgestaut mit mir herumschleppe - nur höflichkeit und takt hält den damm vom brechen ab! das würde relativ fix gehen: als entwurf sind alle finalen emails, einen empfängerkreis von rund 40 personen umfassend, seit jahr und tag verfasst, werden bei neuerlichen vorfällen ggf. modifiziert, also um ein weiteres ereignis verlängert und sind abschickbereit. raus damit!
danach würde ich die erste von geplanten rund 6 mahlzeiten einnehmen. scheiss´ auf die kohlehydrate, heute kann der verfluchte brotkorb gar nicht nahe genug an meinem teller stehen, dazu gibts ein halbes glas nutella, drei red bull und so viele zigaretten wie nur möglich. richtig gelesen: ich plane fest ein, mich während meines letzten tages ins koma zu fressen. für die erste mahlzeit wären drei bis vier hotdogs nicht schlecht, dazu chips mit meersalz und eine wachsweiche avocado.
als nächstes würde ich mich in meine gammeligsten, bequemsten bekleidungsstücke werfen (etwa ein muppetshow-shirt und ein pyjama-hose), bei einem vermieter einen q7 mieten und autobahn fahren. irgendwo hin, vollkommen egal, einfach noch einmal das unglaubliche gefühl spüren, so schnell es der verkehr eben zulässt, zu fahren, brutal lichthupend alles aus dem weg zu nötigen und dabei die finalen 30 lieblingslieder in ohrenbetäubender lautstärbe hören. mehrmals. wenn ich meinen tag gut geplant habe, dann würde ich mich in den ersten morgenstunden, zwischen 4 und 6 uhr hinterm lenkrad befinden, dann ist autofahren bekanntermaßen am schönsten. ausserdem würde ich die strecke so wählen, dass möglichst viel begrenzungsfreie, sechspurig ausgebaute straße zwischen mir und einer stadt mit 700.000 + einwohnern liegt, möglichst mit einem fluss und einer brücke, über die man langsam rollen kann, während jemand von cd singbrüllt, dass ich es eigentlich so viel besser haben müsste...
egal, wir nähern uns dem frühen morgen und ich will ganz dringend zu starbucks, um drei maximal große frapuccino mit caramelgeschmack und eine handvoll bagel ins auto zu werfen. während ich mich mit moralisch verwerflichem weissmehl und kristallzucker befülle, spreche ich genji auf die mailbox, bitte ihn sich endlich alle haare im oberkörperbereich mit wachs zu entfernen und gehe dann für ein schnelles ründchen in den zoo. tiere gucken. minischweinchen und ziegen mit ungesalzenen nüssen füttern.
danach einkaufen. ohne jede hemmungen alles in seidenpapier einwickeln lassen, was mir auch nur halbwegs passt (die letzten 24 stunden sollten definitiv am monatsanfang platziert sein, wäre peinlich, wenn man mir bei kaviar gauche die karte zerschneidet. ausserdem verdirbt mir das die laune und somit auch die letzten verbleibenden stunden, da hilft auch mein feiner charakter nichts mehr) und was ich schon immer haben wollte. danach gehts ab nach hause und zwei stunden lang ziehe ich mich genüsslich um, räkele mich ohne jeden scham in pelz und ponyfellschuhen vorm spiegel im flur.
zeit für einen kleinen zwischengang, irgendetwas mit gegrilltem hühnchen, kirschtomaten, rauke, geröstetem baguette und einem hauch knoblauch. als verdauungsübung schnell einen pornoesken spiegel überm bett anbringen, derweil nochmal in entsprechender lautstärke billy talent und die strokes hören. später so lange duschen, bis die fliesen von der wand gedampft sind, danach ausgiebig mit bodybutter cremen und zentimeterdick ein glitzerpuder mit einer puschigen quaste auftragen.
die wartezeit bis zu genjis ankunft mit lieblingslektüren überbrücken und dabei exzessiv rauchen. noch einmal lesen, wie swann unter odettes fenster wartet, humbert humbert in dolores küche sitzt, mit cotta und echo am strand entlang laufen und zusehen, wie rollo sich neben der ehemaligen sonnenuhr zusammen rollt.
was danach passiert geht niemanden etwas an, einen gewissen stil des verschwiegenen werde ich auch angesichts des nahenden dahinscheidens nicht ablegen. aber ich werde weder den bauch einziehen, noch auf mehrere zigaretten nach mehreren danachs verzichten, sondern nur irgendwann in meinen lieblingsschuhen mit erstarrten augen wie ein seestern unterm schlafzimmerspiegel liegen.
zurück zu max und einer rubrik auf der letzten seite, die sich der knappen beantwortung einer frage durch zwei möglichst konträr angelegte personen widmet. in der aktuellen ausgabe ist dies endlich mal wieder ein klassiker: angenommen, es verblieben noch flotte 24 stunden - wie füllt man diese aus, hm?
zuerst habe ich die antwort der dame gelesen, die sich auch gleich richtig schön weibisch gab. noch 24 stunden? kein problem: noch einmal tief den geruch grünen grases inhallieren, ein letztes ründchen yoga (sic!!!!) geniessen, im offenen meer schwimmen (ich wette, sie wünscht sich dabei noch ein paar delphine, die sie umquietschen) und so weiter... der herr war da schon sympathischer, nahm erstmal ein schlafmittel um nicht einzunicken und kontaktierte danach alle bekannten damen, um ein letztes fickdate auszumachen.
hätte ich persönlich noch 24 stunden zeit, dann würde ich diese ungefähr wie folgt verbringen:
zunächst einmal: allen alles sagen, was ich seit mehreren jahren aufgestaut mit mir herumschleppe - nur höflichkeit und takt hält den damm vom brechen ab! das würde relativ fix gehen: als entwurf sind alle finalen emails, einen empfängerkreis von rund 40 personen umfassend, seit jahr und tag verfasst, werden bei neuerlichen vorfällen ggf. modifiziert, also um ein weiteres ereignis verlängert und sind abschickbereit. raus damit!
danach würde ich die erste von geplanten rund 6 mahlzeiten einnehmen. scheiss´ auf die kohlehydrate, heute kann der verfluchte brotkorb gar nicht nahe genug an meinem teller stehen, dazu gibts ein halbes glas nutella, drei red bull und so viele zigaretten wie nur möglich. richtig gelesen: ich plane fest ein, mich während meines letzten tages ins koma zu fressen. für die erste mahlzeit wären drei bis vier hotdogs nicht schlecht, dazu chips mit meersalz und eine wachsweiche avocado.
als nächstes würde ich mich in meine gammeligsten, bequemsten bekleidungsstücke werfen (etwa ein muppetshow-shirt und ein pyjama-hose), bei einem vermieter einen q7 mieten und autobahn fahren. irgendwo hin, vollkommen egal, einfach noch einmal das unglaubliche gefühl spüren, so schnell es der verkehr eben zulässt, zu fahren, brutal lichthupend alles aus dem weg zu nötigen und dabei die finalen 30 lieblingslieder in ohrenbetäubender lautstärbe hören. mehrmals. wenn ich meinen tag gut geplant habe, dann würde ich mich in den ersten morgenstunden, zwischen 4 und 6 uhr hinterm lenkrad befinden, dann ist autofahren bekanntermaßen am schönsten. ausserdem würde ich die strecke so wählen, dass möglichst viel begrenzungsfreie, sechspurig ausgebaute straße zwischen mir und einer stadt mit 700.000 + einwohnern liegt, möglichst mit einem fluss und einer brücke, über die man langsam rollen kann, während jemand von cd singbrüllt, dass ich es eigentlich so viel besser haben müsste...
egal, wir nähern uns dem frühen morgen und ich will ganz dringend zu starbucks, um drei maximal große frapuccino mit caramelgeschmack und eine handvoll bagel ins auto zu werfen. während ich mich mit moralisch verwerflichem weissmehl und kristallzucker befülle, spreche ich genji auf die mailbox, bitte ihn sich endlich alle haare im oberkörperbereich mit wachs zu entfernen und gehe dann für ein schnelles ründchen in den zoo. tiere gucken. minischweinchen und ziegen mit ungesalzenen nüssen füttern.
danach einkaufen. ohne jede hemmungen alles in seidenpapier einwickeln lassen, was mir auch nur halbwegs passt (die letzten 24 stunden sollten definitiv am monatsanfang platziert sein, wäre peinlich, wenn man mir bei kaviar gauche die karte zerschneidet. ausserdem verdirbt mir das die laune und somit auch die letzten verbleibenden stunden, da hilft auch mein feiner charakter nichts mehr) und was ich schon immer haben wollte. danach gehts ab nach hause und zwei stunden lang ziehe ich mich genüsslich um, räkele mich ohne jeden scham in pelz und ponyfellschuhen vorm spiegel im flur.
zeit für einen kleinen zwischengang, irgendetwas mit gegrilltem hühnchen, kirschtomaten, rauke, geröstetem baguette und einem hauch knoblauch. als verdauungsübung schnell einen pornoesken spiegel überm bett anbringen, derweil nochmal in entsprechender lautstärke billy talent und die strokes hören. später so lange duschen, bis die fliesen von der wand gedampft sind, danach ausgiebig mit bodybutter cremen und zentimeterdick ein glitzerpuder mit einer puschigen quaste auftragen.
die wartezeit bis zu genjis ankunft mit lieblingslektüren überbrücken und dabei exzessiv rauchen. noch einmal lesen, wie swann unter odettes fenster wartet, humbert humbert in dolores küche sitzt, mit cotta und echo am strand entlang laufen und zusehen, wie rollo sich neben der ehemaligen sonnenuhr zusammen rollt.
was danach passiert geht niemanden etwas an, einen gewissen stil des verschwiegenen werde ich auch angesichts des nahenden dahinscheidens nicht ablegen. aber ich werde weder den bauch einziehen, noch auf mehrere zigaretten nach mehreren danachs verzichten, sondern nur irgendwann in meinen lieblingsschuhen mit erstarrten augen wie ein seestern unterm schlafzimmerspiegel liegen.
Miss Manierlich - 28. Jan, 17:57
