Frauengeschichte
es ist eine seltsame sache mit anderen frauen. irgendwie bleibt immer ein beigeschmack im metaphysischen mund fast aller meiner begegnungen und sozialer berührungen mit frauen. und dabei gehöre ich noch nicht einmal zu den frauen, die vollmundig, vollbrüstig und vollüberzeugt verkünden, sie hätten ja seltsamerweise fast nur männliche bekanntschaften und freunde - was übrigens nichts anderes heisst als: frauen wittern in mir immer gleich konkurrenz und männer fressen gern aus meiner french-nailed hand.
mit frauen fällt´s mir eben einfach schwerer, was nur bedingt dadurch gebessert wird, dass es auch mit männern nicht einfacher ist. ich vermute, das mir mein extremes konkurrenz- und hackordnungsdenken auch hier im wege stehen - entspannte beziehungen sind bei mir immer von einem häufig recht zähen zeitabschnitt des genickbeissens geprägt. bedeutend schlimmer als sexuell motivierte rangordnungszwistigkeiten sind übrigens solche, in denen es um charme, intellekt, bildung oder anderes geht. wer innerhalb seiner sozialen beziehungen so archaisch und rudelorientiert wie ich denkt, akzeptiert solch fundamental unerklärliche dinge wie sexuelle anziehung oder die schreiend ungerechte verteilung als attraktiv eingestufter physischer merkmale meist stoisch und schnell, wohingegen um alles erworbene kompetitiv-verbissen gerangelt und gekämpft wird.
ich kann diese dinge unmöglich abstellen, auch wenn ich mitnichten stolz auf diese eigenschaft bin: gern akzeptiere ich in meinem umfeld eine frau, die auf beinahe unverschämte weise wie ein irischer wassergeist anmutet, wenn sie mit ebenso unverschämten manieren ausgestattet ist und gern mal nach dem toilettengang vergisst, die anämisch blassen hände zu waschen. schlimmer noch: ich kann dem wassergeist mein herz viel leichter bzw nur dann öffnen, wenn sich zur offensichtlichen optischen übervorteilung ein sozialer oder wesenhafter makel von der güte einer hasenscharte gesellt.
die einzige frau, die sich bis heute hartnäckig meinem taxieren entzieht und unguterweise auch die einzige frau ist, die meinen rudelplatz so schamlos wie unbekümmert besetzt, ist c.
c., die ich mir lange zeit erfolgreich als personifizierten uterus vorstellte, als das altrosafarbene cardigans tragende loch, aus dem unbefleckt irgendwann ein kind und eine familie rutschte. c., die frau, die in meiner vorstellung immer eine familienpackung klopapier mit dem blauen umweltengel unterm arm und heidi klum-birkenstockscheusslichkeiten am krampfbeaderten fuß trägt. c., deren olfaktorischer schatten das vorstadtparfum aus davidoff woman und gemüsebrühe ist. mit der zeit vermischten sich von genji an mich unbefangen verfütterte details und bösartige, nachts im bett zerwälzte gedanken zur trostlosen existenz einer gescheiterten tierärztin mit körbchen am semimodernen citybike. wie billig diese herzzerreissend offensichtlichen kleinen tröstversuche auch sein mögen: andere hab ich nunmal leider nicht. erwähnte ich das mit der menopause schon? wie wäre es mit der rückansicht, die niemanden mehr dazu bringt sie ficken zu wollen, sondern nur noch in einer pose beim jäten der kräuterschnecke besteht?
ich fühle mich manchmal wie ein heckenschütze, der an der grenze zu genjis puppenheim sitzt und auf die geweihte hirschkuh mit den kindchenschemagroßen knopfaugen anlegt. wahr bleibt, dass c. und ich der nachtmahr der jeweils anderen sind. dass die einzige frau, die dazu führt dass ich mich für gewogen und zu leicht befunden fühle, mich sogar beim einkochen des grünkohls ausstechen könnte. man wird dieser angst, dieses gegenseitigen belauerns zweier skorpione in gleichsam angestaubten flaschen schneller müde, als man glauben mag. man errichtet auf dem fundament der unvereinbarkeit zweier leben eine beziehung, die so eng ist, als zeigten wir uns gegenseitig kichernd unsere cellulitis.
wie eng vertraute, deren beziehung über die bande einer dritten person gespielt wird, verschränkt sich etwas zwischen uns beiden, das nur dann entstehen kann, wenn ein gemeinsamer makel geteilt wird. in einem moment moniere ich mich im blasiertesten ton über die badfliesen, die c.s 80er-jahre-ich in der alten wohung aussuchte, um genji kurz drauf zu korrigieren, wenn er versehentlich das falsche parfum für sie erstehen will. das blumige von kenzo, nicht das sapphische von jil sander - beides in einem beiläufigen, pädagogisch nachsichtigen ton geäussert, in dem nichts vom überlegenen des jungseins mitschwingt.
man kommt sich schrittweise näher in diesem teilen, ausleihen, ausbessern und zurückgeben des an einer gemeinsamen person festgemachten lebensmittelpunktes. sorgsam, wie ein von der besten freundin geborgtes kleid, hänge ich genji nach einem wochenende wieder auf den bügel.
mit frauen fällt´s mir eben einfach schwerer, was nur bedingt dadurch gebessert wird, dass es auch mit männern nicht einfacher ist. ich vermute, das mir mein extremes konkurrenz- und hackordnungsdenken auch hier im wege stehen - entspannte beziehungen sind bei mir immer von einem häufig recht zähen zeitabschnitt des genickbeissens geprägt. bedeutend schlimmer als sexuell motivierte rangordnungszwistigkeiten sind übrigens solche, in denen es um charme, intellekt, bildung oder anderes geht. wer innerhalb seiner sozialen beziehungen so archaisch und rudelorientiert wie ich denkt, akzeptiert solch fundamental unerklärliche dinge wie sexuelle anziehung oder die schreiend ungerechte verteilung als attraktiv eingestufter physischer merkmale meist stoisch und schnell, wohingegen um alles erworbene kompetitiv-verbissen gerangelt und gekämpft wird.
ich kann diese dinge unmöglich abstellen, auch wenn ich mitnichten stolz auf diese eigenschaft bin: gern akzeptiere ich in meinem umfeld eine frau, die auf beinahe unverschämte weise wie ein irischer wassergeist anmutet, wenn sie mit ebenso unverschämten manieren ausgestattet ist und gern mal nach dem toilettengang vergisst, die anämisch blassen hände zu waschen. schlimmer noch: ich kann dem wassergeist mein herz viel leichter bzw nur dann öffnen, wenn sich zur offensichtlichen optischen übervorteilung ein sozialer oder wesenhafter makel von der güte einer hasenscharte gesellt.
die einzige frau, die sich bis heute hartnäckig meinem taxieren entzieht und unguterweise auch die einzige frau ist, die meinen rudelplatz so schamlos wie unbekümmert besetzt, ist c.
c., die ich mir lange zeit erfolgreich als personifizierten uterus vorstellte, als das altrosafarbene cardigans tragende loch, aus dem unbefleckt irgendwann ein kind und eine familie rutschte. c., die frau, die in meiner vorstellung immer eine familienpackung klopapier mit dem blauen umweltengel unterm arm und heidi klum-birkenstockscheusslichkeiten am krampfbeaderten fuß trägt. c., deren olfaktorischer schatten das vorstadtparfum aus davidoff woman und gemüsebrühe ist. mit der zeit vermischten sich von genji an mich unbefangen verfütterte details und bösartige, nachts im bett zerwälzte gedanken zur trostlosen existenz einer gescheiterten tierärztin mit körbchen am semimodernen citybike. wie billig diese herzzerreissend offensichtlichen kleinen tröstversuche auch sein mögen: andere hab ich nunmal leider nicht. erwähnte ich das mit der menopause schon? wie wäre es mit der rückansicht, die niemanden mehr dazu bringt sie ficken zu wollen, sondern nur noch in einer pose beim jäten der kräuterschnecke besteht?
ich fühle mich manchmal wie ein heckenschütze, der an der grenze zu genjis puppenheim sitzt und auf die geweihte hirschkuh mit den kindchenschemagroßen knopfaugen anlegt. wahr bleibt, dass c. und ich der nachtmahr der jeweils anderen sind. dass die einzige frau, die dazu führt dass ich mich für gewogen und zu leicht befunden fühle, mich sogar beim einkochen des grünkohls ausstechen könnte. man wird dieser angst, dieses gegenseitigen belauerns zweier skorpione in gleichsam angestaubten flaschen schneller müde, als man glauben mag. man errichtet auf dem fundament der unvereinbarkeit zweier leben eine beziehung, die so eng ist, als zeigten wir uns gegenseitig kichernd unsere cellulitis.
wie eng vertraute, deren beziehung über die bande einer dritten person gespielt wird, verschränkt sich etwas zwischen uns beiden, das nur dann entstehen kann, wenn ein gemeinsamer makel geteilt wird. in einem moment moniere ich mich im blasiertesten ton über die badfliesen, die c.s 80er-jahre-ich in der alten wohung aussuchte, um genji kurz drauf zu korrigieren, wenn er versehentlich das falsche parfum für sie erstehen will. das blumige von kenzo, nicht das sapphische von jil sander - beides in einem beiläufigen, pädagogisch nachsichtigen ton geäussert, in dem nichts vom überlegenen des jungseins mitschwingt.
man kommt sich schrittweise näher in diesem teilen, ausleihen, ausbessern und zurückgeben des an einer gemeinsamen person festgemachten lebensmittelpunktes. sorgsam, wie ein von der besten freundin geborgtes kleid, hänge ich genji nach einem wochenende wieder auf den bügel.
Miss Manierlich - 30. Mrz, 23:20
