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als ich am letzten samstag meinen einkaufswagen durch den ortsansässigen supermarkt schob, wunderte ich mich doch sehr, wie einen der jahrelange besuch von walmart-filialen abstumpfen lässt. bzw: wie staunend man auf einmal vor dingen verharrt, welche die ebenfalls anwesenden miteinkäufer mit lässiger selbstverständlichkeit goutieren.
es ist ja nicht so, dass mir nie aufgefallen wäre, dass im supermarkt meines vertrauens bzw. besser: meiner gewohnheit, nicht alles ganz so sauber wäre. hat mich aber nicht gestört. ausser gelegentlichem gemüse oder obst, dass ich immer mit schlechtem gewissen kaufe, weil in gemütlicher schlenderentfernung der sozialen-brennpunktwohnung eigentlich ein bezaubernder kleiner wochenmarkt gelegen ist, erwerbe ich in supermärkten prinzipiell keine feucht - oder frühverderbliche waren. also nichts, was nicht doppelt eingeschweisst oder vakuumiert ist und beim öffnen fröhlich zischt. denn wer im supermarkt allen ernstes abgepacktes gemischtes hackfleisch oder schlimmeres ersteht, der sollte seine ekelgrenze dringend neu ausloten.
mit dem abzug walmarts unmittelbar verbunden ist die einnistung einer kette, die auf das (zumindest in meiner wohngegend) lahmende pferd "einkaufen in familienfreundlicher und blütenweiss gestärkter umgebung" setzt. irgendwie haben die älteren herren mit den eingetrockneten pinkelflecken im schritt, die wägen voller ochsenmaulsalat und ihre dazugehörigen weiblichen prekariatspartizipanten durch die gänge schoben, besser hierher gepasst.
in der gemüseabteilung befindet sich nun alles in frischhaltetruhen, was nicht zart von oben mit feuchtigkeit bestäubt wird, eine säuselnde damenstimme haucht ein rezept für mit milchprodukten kontamierte paprika über das heer der einkaufswägen und die braunen ränder der kühlregale sind verschwunden. es gibt ein wohlsortiertes zeitschriftenregal, pfingsrosen in einem mit der aufschrift "wochenendgruß" verzierten kübel und ein gigantisches regal mit dezent beleuchteter reclame eines herstellers von tütenmahlzeit.
früher hats mir ja irgendwie besser gefallen. also, das einkaufen, dass nicht wie ein schlechtgeschminktes wochenmarkt-surrogat daher kam. es ekelt mich an, wie hier jemand versucht, gegen die immer leicht dahin-usselnde, gern als palettenmentalität beschimpfte schäbigkeit der discounter anzugehen und wie man durch in weisse jeans gekleidete, blondierte abiturientinnen hinter probierständen versucht, aus dem was hier verkauft wird, wieder genuß, lebensfreude und sinnlichkeit zu machen. machen wir uns nichts vor: wer hier einkauft, der knallt die 12er packung fruchtzwerge nicht in den wagen weil er meint, seinen kindern (mit der mentalität eines gierigen spatzenjungen ausgestatt) damit wirklich etwas gutes ohne kristallzucker zu tun. hier wird nahrung im großen stil in käfigähnlichen wägen zu autos gekarrt, die mit glück noch ein halbes jahr tüv haben. hier wird erstanden, was später mit abgenutzten plastikkellen auf (bestenfalls) 365+ - geschirr von ikea geklatscht und stupide gekaut, geschluckt, zersetzt und geschissen wird (durchaus als klimax zu verstehen).
immer wenn ich aus einem supermarkt komme (und ich liebe supermärkte!), an einem büdchen vorbeirolle, aus dem es nach halben qualitätshühnchen für den preis einer halben schachtel zigaretten riecht, meine perle belade und den wagen zurückfahre, nehme ich mir aus den bereits geparkten wägen einen vergessenen kassenzettel. auf dem weg zum auto gibts dann die erste zigarette des samstags, ein zuckerklebriges kaltgetränk und detektivische lektüre.
leider war der kassenbon so widerlich versifft, dass ich ihn nicht einmal in die hosentasche meiner gammeligen schnell-in-den-supermarkt-husch-hose stecken wollte, weil zu befürchten war, der druck meines gesässes würde auf der fahrt die ekle flüssigkeit aus dem papier direkt an meine hinternhaut pressen. sonst hätte ich das gute stück beinahe fotografieren müssen, denn mein vorgänger erstand: einen doppelpack damenstrumpfhosen, ein kinderjojo, eine flasche billigen fusel, die auf den namen eines russischen präsidenten hört, nudeln mit disney-sujet und ein schnäppchen aus der unterhaltungselektronik zu 1,99 (dürfte also ein schlechter film sein).
und natürlich fragt man sich sofort, wer sich da wohl mit jojo, damenstumpfhose und aschenputtel-penne ein nettes wochenende gemacht hat, denn nach einem schatz-ich-hab-die-auberginen-vergessen-einkauf sieht so ein zettel nicht aus. immerhin musste der besitzer des waren-pendants zu meinem zettel einmal quer durchs ganze sortiment laufen und wer zeit hat in einer wühlkiste nach schnäppchen zu scharren, der hat auch kein kind daheim, dass mit einem jojo und der sättigungsbeilage in disney-form beruhigt werden müsste. ausserdem tragen frauen von männern, die billige schnäpse erstehen auch keine strumpfhosen. ich vermute also: ein wg-einkauf. entweder eine lustige wg aus cannibal corpse-hörenden maschinenbauern (dann sind die nudeln mehrfach ironisch gebrochen) oder (und das wäre noch schlimmer) es ist eine fiese zweier-wohngemeinschaft, bestehend aus einmal lehramt sport und einmal medienwirtschaft oder kommunikationsdesign oder noch schlimmeres. solche duette aus sport-bh und mitte-strähnchen eben, die es kicher-kicher finden, sich vorm samstäglichen ausgehen in eine disse, in der nur the-bands laufen, eine kirschharrspange ins haar und eine disneynudel in den mund zu schieben. der wodka kommt in einen daiquiri und das jojo in die emily-the-strange-tasche, wo letzte woche noch eine seifenblasenbüchse lag.
es ist ja nicht so, dass mir nie aufgefallen wäre, dass im supermarkt meines vertrauens bzw. besser: meiner gewohnheit, nicht alles ganz so sauber wäre. hat mich aber nicht gestört. ausser gelegentlichem gemüse oder obst, dass ich immer mit schlechtem gewissen kaufe, weil in gemütlicher schlenderentfernung der sozialen-brennpunktwohnung eigentlich ein bezaubernder kleiner wochenmarkt gelegen ist, erwerbe ich in supermärkten prinzipiell keine feucht - oder frühverderbliche waren. also nichts, was nicht doppelt eingeschweisst oder vakuumiert ist und beim öffnen fröhlich zischt. denn wer im supermarkt allen ernstes abgepacktes gemischtes hackfleisch oder schlimmeres ersteht, der sollte seine ekelgrenze dringend neu ausloten.
mit dem abzug walmarts unmittelbar verbunden ist die einnistung einer kette, die auf das (zumindest in meiner wohngegend) lahmende pferd "einkaufen in familienfreundlicher und blütenweiss gestärkter umgebung" setzt. irgendwie haben die älteren herren mit den eingetrockneten pinkelflecken im schritt, die wägen voller ochsenmaulsalat und ihre dazugehörigen weiblichen prekariatspartizipanten durch die gänge schoben, besser hierher gepasst.
in der gemüseabteilung befindet sich nun alles in frischhaltetruhen, was nicht zart von oben mit feuchtigkeit bestäubt wird, eine säuselnde damenstimme haucht ein rezept für mit milchprodukten kontamierte paprika über das heer der einkaufswägen und die braunen ränder der kühlregale sind verschwunden. es gibt ein wohlsortiertes zeitschriftenregal, pfingsrosen in einem mit der aufschrift "wochenendgruß" verzierten kübel und ein gigantisches regal mit dezent beleuchteter reclame eines herstellers von tütenmahlzeit.
früher hats mir ja irgendwie besser gefallen. also, das einkaufen, dass nicht wie ein schlechtgeschminktes wochenmarkt-surrogat daher kam. es ekelt mich an, wie hier jemand versucht, gegen die immer leicht dahin-usselnde, gern als palettenmentalität beschimpfte schäbigkeit der discounter anzugehen und wie man durch in weisse jeans gekleidete, blondierte abiturientinnen hinter probierständen versucht, aus dem was hier verkauft wird, wieder genuß, lebensfreude und sinnlichkeit zu machen. machen wir uns nichts vor: wer hier einkauft, der knallt die 12er packung fruchtzwerge nicht in den wagen weil er meint, seinen kindern (mit der mentalität eines gierigen spatzenjungen ausgestatt) damit wirklich etwas gutes ohne kristallzucker zu tun. hier wird nahrung im großen stil in käfigähnlichen wägen zu autos gekarrt, die mit glück noch ein halbes jahr tüv haben. hier wird erstanden, was später mit abgenutzten plastikkellen auf (bestenfalls) 365+ - geschirr von ikea geklatscht und stupide gekaut, geschluckt, zersetzt und geschissen wird (durchaus als klimax zu verstehen).
immer wenn ich aus einem supermarkt komme (und ich liebe supermärkte!), an einem büdchen vorbeirolle, aus dem es nach halben qualitätshühnchen für den preis einer halben schachtel zigaretten riecht, meine perle belade und den wagen zurückfahre, nehme ich mir aus den bereits geparkten wägen einen vergessenen kassenzettel. auf dem weg zum auto gibts dann die erste zigarette des samstags, ein zuckerklebriges kaltgetränk und detektivische lektüre.
leider war der kassenbon so widerlich versifft, dass ich ihn nicht einmal in die hosentasche meiner gammeligen schnell-in-den-supermarkt-husch-hose stecken wollte, weil zu befürchten war, der druck meines gesässes würde auf der fahrt die ekle flüssigkeit aus dem papier direkt an meine hinternhaut pressen. sonst hätte ich das gute stück beinahe fotografieren müssen, denn mein vorgänger erstand: einen doppelpack damenstrumpfhosen, ein kinderjojo, eine flasche billigen fusel, die auf den namen eines russischen präsidenten hört, nudeln mit disney-sujet und ein schnäppchen aus der unterhaltungselektronik zu 1,99 (dürfte also ein schlechter film sein).
und natürlich fragt man sich sofort, wer sich da wohl mit jojo, damenstumpfhose und aschenputtel-penne ein nettes wochenende gemacht hat, denn nach einem schatz-ich-hab-die-auberginen-vergessen-einkauf sieht so ein zettel nicht aus. immerhin musste der besitzer des waren-pendants zu meinem zettel einmal quer durchs ganze sortiment laufen und wer zeit hat in einer wühlkiste nach schnäppchen zu scharren, der hat auch kein kind daheim, dass mit einem jojo und der sättigungsbeilage in disney-form beruhigt werden müsste. ausserdem tragen frauen von männern, die billige schnäpse erstehen auch keine strumpfhosen. ich vermute also: ein wg-einkauf. entweder eine lustige wg aus cannibal corpse-hörenden maschinenbauern (dann sind die nudeln mehrfach ironisch gebrochen) oder (und das wäre noch schlimmer) es ist eine fiese zweier-wohngemeinschaft, bestehend aus einmal lehramt sport und einmal medienwirtschaft oder kommunikationsdesign oder noch schlimmeres. solche duette aus sport-bh und mitte-strähnchen eben, die es kicher-kicher finden, sich vorm samstäglichen ausgehen in eine disse, in der nur the-bands laufen, eine kirschharrspange ins haar und eine disneynudel in den mund zu schieben. der wodka kommt in einen daiquiri und das jojo in die emily-the-strange-tasche, wo letzte woche noch eine seifenblasenbüchse lag.
Miss Manierlich - 11. Jun, 18:50
