Ein Fall für Walter B.
ist eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen, dass die einzigen weiblichen wesen an denen eine louis vuitton-tasche (besonders die grausamen mit murakami-muster, und damit ist kein literart gemeint) wirklich echt aussehen frauen mit topshop-tüten und spritebüchsen in den händen sind? blutjunge russische alleinerbinnen aus schrott- oder waffenhändlerdynastien mit moskauer stadtwohnung mögen die notwendige monetäre ausstattung haben, um das original zu tragen: der hauch des echten umweht ihre ramona bags ja doch nie.
ich bilde mir ja ein, ein recht geübtes auge (sehr hübsch beschrieben am beispiel von zolas nana oder prousts albertine: beide kennen und erkennen aus gründen der sehnsucht und des nicht-besitzens) im umgang mit nicht ganz lupenreiner designerware zu haben. ich weiss nicht, ob in allen fabriken von chloé, balenciaga und prada jeden morgen vor der auslieferung der preziosen eine horde wichtel durch die fabrik getrieben wird und ihren magischen staub auf die ware pusten: aber irgendwas ist einfach anders mit dem echt aussehenden original und dem originalen original (hier würde man gern rufen: herr bejamin, bitte übernehmen sie!) und das ist eine frage der aura.
und wenn jemand diese spezielle aura hat, die vonnöten ist um eine hinterhof-musebag zu saint-laurentinischem leben zu erwecken und ihr den maximalen anschein des originalen zu geben, dann sind das junge mädchen mit heruntergelatschten flipflops, grauen babydolls und einem haarschnitt wie vom cover eines final fantasy-produkts so jung dass man mit ihnen ebenso wie herr noteboom es beschreibt über die ewigkeit sprechen kann und somit auch ohne sich lächerlich zu machen swarovski-anhängerchen an einem handy haben dürfen. so jung dass die söckchen über ballerinas mit schlechtem popart-druck noch in grellem türkis oder gelb sein dürfen, ohne in business vogue, teen vogue oder vogue vogue erwähnt zu sein.
denn genau das braucht ein nachgemachtes designerteilchen, ein schlecht ausgerichtets dior-zeichen, dessen rapport von einer gichtigen hand in einer türkischen wohnküche aufgeprägt wurde: den keinesfalls dezenten charme der strassen-haute couture. es braucht neonfarbene nylonsöckchen, einen türkis gefärbten pony und löwenspringreifengroße creolen. gern auch alles gleichzeitig.
viele frauen meinen (sehr zu meinem unmute), ein kaschmirpullover und eine gerade geschnittene anzughose von sanders jil würden die passende rahmung ergeben, genug glaubwürdigkeit aufbauen, um eine lässig über dem handgelenk baumelnde paddington bag aus taiwan echt wirken zu lassen. was ist das überhaupt für ein blödsinn, seine handtasche am rechwinklig vorschnellenden unterarm zu balancieren? ich will ja nicht behaupten, dass es nicht ein, zwei kelly bags oder le dix-taschen gibt, die an solchen ärmchen baumeln und echt sind. aber sie sehen falsch aus. sie sind vielleicht für diese käuferuppe gemacht - erdacht wurden sie für andere.
erinnert sich noch jemand an die marc jacobs-ankleboots aus blaugrünem karostoff, mit der gigantischen clownshalsschleife, die ein wenig so aussah, als würde sie gleich den ganzen fuß verschlingen? ich habe genau ein einziges mal eine (überraschung) koreanerin in oberbekleidung, für deren gegenwert ich mir nicht einmal einen halben nagellack kaufen könnte gesehen, die diese kleinen monstrositäten am bein hatte und einfach hinreissend vollständig aussah.
die durchsichtigen chaneltaschen dieser saison, die silbernen schachbrettdinger von miu miu und sogar die gerafften quietschfarbentaschen von prada schreien nach abgestossenem modeschmuck, herausgewachsenen weissblonden strähnchen, ja sogar nach dem schluderigen klappergeräusch von flipflops und zähflüssigem lipgloss mit kirschgeschmack von der tankstelle.
wäre ich designerin, würde ich meine hochpreisige ware auf die strasse anstatt auf den roten teppich der premierenfeiern schicken. ich würde die prinzessinen des neonlichts einer u-bahnstation im ornat aus silberfarbenen leggins und verwaschenen wornby-shirts mit meinen prohibitiv teuren entwürfen ausstatten. meine babys aus kalbsleder sollten über schultern hängen, die sich fröstelnd auf dem rücksitz eins taxis zusammenziehen, während der dazugehörige körper fettiges fastfood verdaut und mit einem mann ohne namen knutscht. ich würde einen zitronengelben lackmantel schaffen, der bei tragischen abgängen und nach dem verlassenwerden den körperumriss in der dämmerung verschluckt und ein nasenblutrotes futter hat, das durch große und kleine risse schimmert. ich würde die blassen, die platinfarben gesträhnten und die unerreichbaren königinnen der adoleszenz, die vor dem kiffen und nach dem geschlechtsverkehr auf verrottenden kinderspielplätzen ihren körper in reifenschaukeln wiegen, in hauchzarte kaschmirnichtse von strenesse kleiden und die vergilbten frettchen aus düsseldorf an ihren androgynen hosenanzügen verrecken lassen.
ich bilde mir ja ein, ein recht geübtes auge (sehr hübsch beschrieben am beispiel von zolas nana oder prousts albertine: beide kennen und erkennen aus gründen der sehnsucht und des nicht-besitzens) im umgang mit nicht ganz lupenreiner designerware zu haben. ich weiss nicht, ob in allen fabriken von chloé, balenciaga und prada jeden morgen vor der auslieferung der preziosen eine horde wichtel durch die fabrik getrieben wird und ihren magischen staub auf die ware pusten: aber irgendwas ist einfach anders mit dem echt aussehenden original und dem originalen original (hier würde man gern rufen: herr bejamin, bitte übernehmen sie!) und das ist eine frage der aura.
und wenn jemand diese spezielle aura hat, die vonnöten ist um eine hinterhof-musebag zu saint-laurentinischem leben zu erwecken und ihr den maximalen anschein des originalen zu geben, dann sind das junge mädchen mit heruntergelatschten flipflops, grauen babydolls und einem haarschnitt wie vom cover eines final fantasy-produkts so jung dass man mit ihnen ebenso wie herr noteboom es beschreibt über die ewigkeit sprechen kann und somit auch ohne sich lächerlich zu machen swarovski-anhängerchen an einem handy haben dürfen. so jung dass die söckchen über ballerinas mit schlechtem popart-druck noch in grellem türkis oder gelb sein dürfen, ohne in business vogue, teen vogue oder vogue vogue erwähnt zu sein.
denn genau das braucht ein nachgemachtes designerteilchen, ein schlecht ausgerichtets dior-zeichen, dessen rapport von einer gichtigen hand in einer türkischen wohnküche aufgeprägt wurde: den keinesfalls dezenten charme der strassen-haute couture. es braucht neonfarbene nylonsöckchen, einen türkis gefärbten pony und löwenspringreifengroße creolen. gern auch alles gleichzeitig.
viele frauen meinen (sehr zu meinem unmute), ein kaschmirpullover und eine gerade geschnittene anzughose von sanders jil würden die passende rahmung ergeben, genug glaubwürdigkeit aufbauen, um eine lässig über dem handgelenk baumelnde paddington bag aus taiwan echt wirken zu lassen. was ist das überhaupt für ein blödsinn, seine handtasche am rechwinklig vorschnellenden unterarm zu balancieren? ich will ja nicht behaupten, dass es nicht ein, zwei kelly bags oder le dix-taschen gibt, die an solchen ärmchen baumeln und echt sind. aber sie sehen falsch aus. sie sind vielleicht für diese käuferuppe gemacht - erdacht wurden sie für andere.
erinnert sich noch jemand an die marc jacobs-ankleboots aus blaugrünem karostoff, mit der gigantischen clownshalsschleife, die ein wenig so aussah, als würde sie gleich den ganzen fuß verschlingen? ich habe genau ein einziges mal eine (überraschung) koreanerin in oberbekleidung, für deren gegenwert ich mir nicht einmal einen halben nagellack kaufen könnte gesehen, die diese kleinen monstrositäten am bein hatte und einfach hinreissend vollständig aussah.
die durchsichtigen chaneltaschen dieser saison, die silbernen schachbrettdinger von miu miu und sogar die gerafften quietschfarbentaschen von prada schreien nach abgestossenem modeschmuck, herausgewachsenen weissblonden strähnchen, ja sogar nach dem schluderigen klappergeräusch von flipflops und zähflüssigem lipgloss mit kirschgeschmack von der tankstelle.
wäre ich designerin, würde ich meine hochpreisige ware auf die strasse anstatt auf den roten teppich der premierenfeiern schicken. ich würde die prinzessinen des neonlichts einer u-bahnstation im ornat aus silberfarbenen leggins und verwaschenen wornby-shirts mit meinen prohibitiv teuren entwürfen ausstatten. meine babys aus kalbsleder sollten über schultern hängen, die sich fröstelnd auf dem rücksitz eins taxis zusammenziehen, während der dazugehörige körper fettiges fastfood verdaut und mit einem mann ohne namen knutscht. ich würde einen zitronengelben lackmantel schaffen, der bei tragischen abgängen und nach dem verlassenwerden den körperumriss in der dämmerung verschluckt und ein nasenblutrotes futter hat, das durch große und kleine risse schimmert. ich würde die blassen, die platinfarben gesträhnten und die unerreichbaren königinnen der adoleszenz, die vor dem kiffen und nach dem geschlechtsverkehr auf verrottenden kinderspielplätzen ihren körper in reifenschaukeln wiegen, in hauchzarte kaschmirnichtse von strenesse kleiden und die vergilbten frettchen aus düsseldorf an ihren androgynen hosenanzügen verrecken lassen.
Miss Manierlich - 27. Jun, 17:26
