7
Mrz
2016

Heute, 07.03.

Morgens im Büro erwartet mich Post zur geplanten Auslandsexkursion, die Übersicht der Auswahl der anderen Teilnehmer erfreut mein Herz sofort, denn angereichert wird die Runde durch eine schon auf den ersten Blick belustigende Combo aus Sachsen ("Saxon Bohemian Switzerland"), ich glaube an die hänge ich mich dran, unsere eigene Gruppe klingt nicht halb so witzig.

Für eine nachmittägliche Großkundgebung fürs mittlere Management wurde mir spontan am Freitag ein aktiver Part zugeteilt, leider wieder ein Thema, bei dem es immer, immer, immer Streit und Gezänk gibt. Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass solche Runden strikt hierarchisch zugangsbeschränkt sind, weil es keinem Mitarbeiter zuzumuten ist, unsere supertoppigen, exquisit handverlesenen Führungskräfte dabei zu beobachten wie sie aufeinander einzicken und sich infantil beharken. Man erzählt sich, es habe da mal eine unschöne Szene gegeben, bei der zwei Granden aneinander gerieten und einer von beiden in einen Schirmständer stürzte (sagen die einen) bzw. geschubst wurde (sagen die anderen). Man kann ja so unglaublich viel über eine Organisation lernen, während man ihre Narrative kennenlernt.

Dieses mal findet die vierteljährliche Einpeitschung aus logistischen Gründen in einer Location statt, die allgemeine Empörung hervor gerufen hat - niemanden scheint hier etwas dabei zu stören, offene Empörung über das miese Catering an einem Ort zu äussern, an dem eigentlich die nächste große Einsparrunde diskutiert werden soll. Ich weiss das ist ein schlimmes Klischee, aber man scheint zu erwarten, dass es für die Qualen des harten, basar-artig durchgefeilschten Sparvorschlagsnachmittags (wenigstens machen sie es sich nicht leicht, sondern kämpfen um jedes FTE) zur Belohnung wenigstens Kalbsgulasch geben muss. Unschwer zu erraten: es gibt kein Kalbsgulasch. Aber dafür enttäuschte Gesichter, die ernsthaft widerspiegeln: ich war doch jetzt vier Stunden ganz brav, habe ich dafür keine Belohnung verdient?


(Streit und Gezänk gab es natürlich trotzdem. Ich war aber völlig damit beschäftigt, unauffällig zu schnüffeln, denn ich hatte tatsächlich heute morgen das schlimme Schwitzkleid aus dem Schrank gezogen, in dem ich schon nach einer halben Stunde beginne zu schwitzen. Ganze acht Deotücher und eine gefühlte Flasche Spray später entscheide ich, dass es jetzt entweder zu spät ist oder ich nie gerochen habe wie ein Bauarbeiter und schmeisse mich darum frohgemut an den Trog mit der Gulaschsuppe. Drei Stunden später werfe ich das Kleid zuhause in die Wäsche, ohne noch einmal zu schnüffeln und fühle mich wahnsinnig toll und über jede Selbstkritik erhaben.)
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