Hohlspiegel
mehr als genug wurde zu beginn der woche bei chiara über ihre erwähnung in der aktuellen ausgabe des spiegels debattiert. auch heute kann ich ihre empörung und ihre berechtigte sauer-seierei noch sehr gut nachvollziehen.
was ich allerdings schlichtweg befremdlich finde und was im kern aus dem gleichen hölzchen besteht, aus dem auch der spiegel-artikel geschnitzt ist und über dessen wurmstichigkeit sich doch alle so herrlich einig waren, ist dieses, vom verfasser peter turi als "interview" bezeichnete hochnotpeinliche dings.
chiara selbst äussert sich in ihrem blog darüber, dass sie keine lust verspürt, angesichts des ephemeren publicity-schubs durch die erwähnung im spiegel als marketing- und selbstinszenierungsplattform instrumentalisiert zu werden.
als wie zutreffend diese vermutung chiaras sich schon kurze zeit später erweisen sollte, zeigt der branchendienst für medienmacher aufs vortrefflichste und in beinahiger lehrbuch-qualität. es fällt mir doch äusserst schwer zu glauben, dass es herrn turi mal hopplahopp und soeben eingefallen sein soll, mal lässig und aus der hüfte ein flinkes kleines interview mit dem überraschend zum sternchen gewordenen mitglied seiner "blogfreunde"-liste zu führen. ich für meinen teil halte dies für genau die art von aktionen, die chiara selbst (s.o.) so korrekt einstufte.
erstaunlich, dass sie diesen quatsch dann trotzdem mitmacht - aus turis sicht erstaunt die aktion eher weniger. ein exklusiv-interview mit jemanden der, naja, der eben mal im spiegel erwähnt wurde: die möglichkeit, sich selbst als derartig extrem vernetztes mitglied der bloggenden gemeinde zu exponieren, muss direkt ergriffen werden. wer weiss, wann wieder so eine dolle gelegenheit kommt! ich nenne so etwas genau die form von instrumentalisierung, die chiara und jeder halbwegs mit geschmack bewehrte mensch, zumindest skeptisch bewerten sollte. oder eben schlichtweg zum kotzen findet.
wie kann man sich über die (wie bereits bei chiara im kommentar erwähnte) nicht sonderlich glückliche formulierung des spiegels moralisch empören, und sein eigenes interview mit einem direkten und nicht einmal ansatzweise gebrochenen zitat einleiten? in diesem verhalten ist zumindest ein hauch der bigotterie zu lesen, die auch mitschwingt, wenn die bildzeitung sich über veröffentlichte fotos von lady di empört und diese dann zur illustration gleich mitdruckt.
wenn, lieber peter turi, du dich fürs seelenheil deiner "blogfreunde" interessierst, dann solltest du demnächst als aufmacher deines beitrags innerhalb des medienmacher-profi-supidupi-blogs vielleicht nicht unbedigt die gleichen formulierungen verwenden, wie der spiegel. jaja: gestern noch in der druckpresse und heute schon sind die hintergrund-infos blogfrisch beim turi zu lesen.
chiara selbst ärgerte sich insbesondere über die yellowpressige art, in der der spiegel aus ihrem blog die themen sex und trümmerbruch auswählte. blöd nur, dass turi himself das gespräch, das in den kommentaren seines eintrages geführt wurde, mit "interview mit einem männermordenen vamp" überschreibt und auch ansonsten ganz unumwunden und einmal mehr demonstriert, dass sex eben auch im medienmacher-blog sellt. der investigative journalist schlüpfert von andeutung (" kommt drauf an, wieviel du gerade anhast") zu andeutung ("was bringt es dir, wenn leser angesichts deiner schilderungen ejakulieren?") und schiebt dann schnell hinterher, dass es ihm beim bloggen natürlich nicht ums geld geht. wobei: 5000 clicks am tag wären schon nicht schlecht. auch in der (o-ton turi) "2.0 welt", die man (wenn solche textchen wirklich prototypisch für selbige stehen sollten) lieber nicht erleben will, gehts eben gern mal ums vögeln und andere, knackig verpackt leicht zu verkaufende themen.
was ich allerdings schlichtweg befremdlich finde und was im kern aus dem gleichen hölzchen besteht, aus dem auch der spiegel-artikel geschnitzt ist und über dessen wurmstichigkeit sich doch alle so herrlich einig waren, ist dieses, vom verfasser peter turi als "interview" bezeichnete hochnotpeinliche dings.
chiara selbst äussert sich in ihrem blog darüber, dass sie keine lust verspürt, angesichts des ephemeren publicity-schubs durch die erwähnung im spiegel als marketing- und selbstinszenierungsplattform instrumentalisiert zu werden.
als wie zutreffend diese vermutung chiaras sich schon kurze zeit später erweisen sollte, zeigt der branchendienst für medienmacher aufs vortrefflichste und in beinahiger lehrbuch-qualität. es fällt mir doch äusserst schwer zu glauben, dass es herrn turi mal hopplahopp und soeben eingefallen sein soll, mal lässig und aus der hüfte ein flinkes kleines interview mit dem überraschend zum sternchen gewordenen mitglied seiner "blogfreunde"-liste zu führen. ich für meinen teil halte dies für genau die art von aktionen, die chiara selbst (s.o.) so korrekt einstufte.
erstaunlich, dass sie diesen quatsch dann trotzdem mitmacht - aus turis sicht erstaunt die aktion eher weniger. ein exklusiv-interview mit jemanden der, naja, der eben mal im spiegel erwähnt wurde: die möglichkeit, sich selbst als derartig extrem vernetztes mitglied der bloggenden gemeinde zu exponieren, muss direkt ergriffen werden. wer weiss, wann wieder so eine dolle gelegenheit kommt! ich nenne so etwas genau die form von instrumentalisierung, die chiara und jeder halbwegs mit geschmack bewehrte mensch, zumindest skeptisch bewerten sollte. oder eben schlichtweg zum kotzen findet.
wie kann man sich über die (wie bereits bei chiara im kommentar erwähnte) nicht sonderlich glückliche formulierung des spiegels moralisch empören, und sein eigenes interview mit einem direkten und nicht einmal ansatzweise gebrochenen zitat einleiten? in diesem verhalten ist zumindest ein hauch der bigotterie zu lesen, die auch mitschwingt, wenn die bildzeitung sich über veröffentlichte fotos von lady di empört und diese dann zur illustration gleich mitdruckt.
wenn, lieber peter turi, du dich fürs seelenheil deiner "blogfreunde" interessierst, dann solltest du demnächst als aufmacher deines beitrags innerhalb des medienmacher-profi-supidupi-blogs vielleicht nicht unbedigt die gleichen formulierungen verwenden, wie der spiegel. jaja: gestern noch in der druckpresse und heute schon sind die hintergrund-infos blogfrisch beim turi zu lesen.
chiara selbst ärgerte sich insbesondere über die yellowpressige art, in der der spiegel aus ihrem blog die themen sex und trümmerbruch auswählte. blöd nur, dass turi himself das gespräch, das in den kommentaren seines eintrages geführt wurde, mit "interview mit einem männermordenen vamp" überschreibt und auch ansonsten ganz unumwunden und einmal mehr demonstriert, dass sex eben auch im medienmacher-blog sellt. der investigative journalist schlüpfert von andeutung (" kommt drauf an, wieviel du gerade anhast") zu andeutung ("was bringt es dir, wenn leser angesichts deiner schilderungen ejakulieren?") und schiebt dann schnell hinterher, dass es ihm beim bloggen natürlich nicht ums geld geht. wobei: 5000 clicks am tag wären schon nicht schlecht. auch in der (o-ton turi) "2.0 welt", die man (wenn solche textchen wirklich prototypisch für selbige stehen sollten) lieber nicht erleben will, gehts eben gern mal ums vögeln und andere, knackig verpackt leicht zu verkaufende themen.
Miss Manierlich - 20. Jul, 14:00
