Locus Amoenus
über plattformen, die speziell den community-aspekt betonen, ist nahezu alles gesagt - zumindest, was die mit hoher wahrscheinlichkeit anzutreffende qualität des dort gebloggten, das soziale sammelsurium(/panoptikum) und die für aussenstehende befremdliche gruppendynamik anbelangt.
was allerdings fehlt (und zwar dringend!) ist ein praktischer kleiner reiseführer durch die taktischen und geistigen untiefen dieser rappelnden ameisenhaufen der eitelkeiten. man werfe mir einen gewissen tunnelblick vor, aber irgendwie fehlt mir dann doch die zeit, mich so lange auf einer anderen plattform aufzuhalten, um auch dort mit pauken und trompeten rausgeschmissen zu werden. also muss ich auf die äusserst spezifischen kenntnisse meiner persönlichen lieblingsplattform zurück greifen. selbiges ist aber mitnichten ein makel: ich bin fest davon überzeugt, dass sich in jeder, wirklich jeder community nach einer gewissen dauer identische soziale konstellationen herausbilden und archetypen etablieren. wäre meine these ein fettglitzerndes spanferkelchen, könnte ich ihm blog.de als erfrischende zitronenscheibe ins maul stopfen. (insider dürfen das spanferkel auch durch die berühmte blogmilchgebende postingsau ersetzen)
wie der sagenumwobene locus amoenus erstreckt sich die plattform der herzen in der bundesdeutschen bloglandschaft: am rande dahinsilbernder bächlein tollen keusche knaben und mädchen, von etwaigem fallobst wird keiner erschlagen, gelächter und fröhlich umhergeschmetterte scherze duseln durch die luft und ein hauch patschuli klebt in den kommentaren.
was sich zunächst als liebliches idyll darstellt, entpuppt sich jedoch schnell als scharfkantige muschelbank aus wespennestern, zu voller blüte gereifter animositäten und wohldurchdachter hackordnung. vorhang auf für die erste expedition ins tierreich. in der heutigen folge: der prinzessinnenfelsen.

bereits aus beträchtlicher entfernung wird der geneigte besucher des prinzessinnenfelsens die für diesen sektor charakteristischen geräusche vernehmen: seidiges haar raschelflüstert lasziv unter der täglichen dosis von einhundert bürstentrichen, sanfte ploplaute wie von tausenden gleichzeitg geöffneter lipglossfläschlein mit himbeergeschmack, das zutrauliche klackern einer sacht geschlossenen jack-johnson-cd-hülle: keine frage, auf diesem felsen ist für jeden geschmack was dabei.
bewohnerinnen dieser intellektuell eher schattigen gegend bedienen sich als username auffällig gern zusammengesetzter substantive oder 80er-jahre-prickelnder anspielungen. mysteriös und verspielt, mädchenhaft und trotzdem reif, geheimnisvoll und romantisch, verrucht und ungezügelt - danach den lachsack dreimal kräftig schütteln und heraus kommt dann sowas, sowas, sowas oder in leicht proseccoisierten momenten auch mal sowas.
sind die neugierigen fremden einmal den verlockungen des prinzessinnenfelsens erlegen, gilt es natürlich, diese möglichst dauerhaft an sich zu binden. als probate lock- und bleibmittel haben sich folgende dinge erwiesen:
ein regelmäsig zu wechselndes profilbild (leser lieben abwechslung)
echte fotos scheiden natürlich aus. also wird flink ein profilbildchen gewählt, das sich möglichst auf schlüsselreize der kundschaft spezialisiert: ein schemenhaftes gesicht hinter einer zerzausten (ficken!) lockenpracht, ein paar sorgsam manikürte füsschen in plastikpumps, ein lasziver ausschnitt eines arschsegments, ein storchenbeinchen oder eine pinupige comicfigur. wenn dann jemand immernoch zweifelt, dass hier eine reinrassige glühbirne, in deren corona qualvoll verbrannte männermotten schmachten, am werke ist: eine geschickt platzierte abstimmung verfehlt ihr ziel niemals!
die regelmässige berichterstattung aus dem bettkästchen (mach ihnen die nutte, baby!)
als faustregel auf dem prinzessinnenfelsen gilt: sexuelle erlebnisse sollten immer plastisch zum ausdruck bringen, wer auch in situationen, in denen die libido funkensprühend wie ein bengalisches feuer in den nachthimmel zischelt, das ruder in der hand hat. fickpostings sollten nach möglichkeit der dramatik eines interruptus folgen:kurz bevor es zur sache gehen (ruhig ein wenig ausschmücken und blumige schilderungen nicht scheuen) kann, klingelt das strassbesetzte handy und boybandname/mann nummer xx/ der ex-freund/ der geile hausmeister ruft an. nach verlassen der wohnung hat die gute alte schilderung der ekstatisch zerwühlten kleidung noch nie seine wirkung verfehlt. die beliebtesten versionen: hochgerutschten minirock runterziehen, bh-träger richten oder der klassiker: ohne höschen in die u-bahn.
überraschende wendungen
wenn der leserfluss abzuebben droht empfiehlt sich ein thematischer/biographischer/sexueller hakenschlag. wenn männliche leser sich dem nächsten, sich wohlig in der bewunderungssonne räkelnden maikäfer zuwenden, ist dringender handlungsbedarf geboten - wie wäre es damit, überraschend die beziehung zu beenden? deine leser mit einem ründchen devotion zu überraschen? ein dogmafilmähnliches filmchen online zu stellen? erfahrene prinzessinnen haben zu diesem zweck bereits vorgebaut und ein entsprechendes repertoire an männlichen protagonisten eingeführt: so ist immer stimmung in der bude.
für geistigen frühsport ist auf dem damengestein allemal gesorgt: zum glück birgt die große mutter internet eine schier unüberschaubare fülle hochgradig reliabler, valider und zuhöchst objektiver frauenzeitungstestchen für die zeiten, in denen das prinzessinnenego a) dringend ein ründchen seelenmasturbation benötigt oder b) mal wieder alle kommentatoren dezent zu tollheitsbekundungen aufgefordert werden müssen. von nix kommt nämlich bekanntlich nix.
prinzessinnen knüpfen gern und schnell zugeneigt-freundschaftliche beziehungen zu ihren, zumeist männlichen kommentarhofschranzen und eifrig komplimentierenden hechelrittern. geduldet ist, wer ein gewisses maß an täglicher zuwendung investiert, sich an bilderrätseln und blödsinniger kleinmädchensinnsuche beteiligt und bis zum schluss glaubhaft begehrliche hoffnung hegt. wenn man glück hat, gefällt sich die prinzessin lediglich in der rolle des fliegenstreifens, der von den dämlichsten küchenfliegen der plattform umsummt wird. mit pech hat die prinzessin gewisse kunsthandwerkliche ambitionen oder gar akademische wahnvorstellungen und langweilt regelmäsig durch blödsinnige gedichte oder den verbalen fortschrittsbalken ihres studiums der betriebs- oder niederen sozialwissenschaften. in diesem fall empfehle ich einen schnellen wechsel zu den ehemaligen prinzessinnenfelsen-bewohnerinnen zwei plätscherlaute weiter richtung grundwasser: weniger zähe und ausdauernde felsenanwärterinnen verlegen sich nämlich erfreulicherweise häufig aufs eigentliche kerngeschäft. und das ist ja auch ganz reizvoll.
was allerdings fehlt (und zwar dringend!) ist ein praktischer kleiner reiseführer durch die taktischen und geistigen untiefen dieser rappelnden ameisenhaufen der eitelkeiten. man werfe mir einen gewissen tunnelblick vor, aber irgendwie fehlt mir dann doch die zeit, mich so lange auf einer anderen plattform aufzuhalten, um auch dort mit pauken und trompeten rausgeschmissen zu werden. also muss ich auf die äusserst spezifischen kenntnisse meiner persönlichen lieblingsplattform zurück greifen. selbiges ist aber mitnichten ein makel: ich bin fest davon überzeugt, dass sich in jeder, wirklich jeder community nach einer gewissen dauer identische soziale konstellationen herausbilden und archetypen etablieren. wäre meine these ein fettglitzerndes spanferkelchen, könnte ich ihm blog.de als erfrischende zitronenscheibe ins maul stopfen. (insider dürfen das spanferkel auch durch die berühmte blogmilchgebende postingsau ersetzen)
wie der sagenumwobene locus amoenus erstreckt sich die plattform der herzen in der bundesdeutschen bloglandschaft: am rande dahinsilbernder bächlein tollen keusche knaben und mädchen, von etwaigem fallobst wird keiner erschlagen, gelächter und fröhlich umhergeschmetterte scherze duseln durch die luft und ein hauch patschuli klebt in den kommentaren.
was sich zunächst als liebliches idyll darstellt, entpuppt sich jedoch schnell als scharfkantige muschelbank aus wespennestern, zu voller blüte gereifter animositäten und wohldurchdachter hackordnung. vorhang auf für die erste expedition ins tierreich. in der heutigen folge: der prinzessinnenfelsen.

bereits aus beträchtlicher entfernung wird der geneigte besucher des prinzessinnenfelsens die für diesen sektor charakteristischen geräusche vernehmen: seidiges haar raschelflüstert lasziv unter der täglichen dosis von einhundert bürstentrichen, sanfte ploplaute wie von tausenden gleichzeitg geöffneter lipglossfläschlein mit himbeergeschmack, das zutrauliche klackern einer sacht geschlossenen jack-johnson-cd-hülle: keine frage, auf diesem felsen ist für jeden geschmack was dabei.
bewohnerinnen dieser intellektuell eher schattigen gegend bedienen sich als username auffällig gern zusammengesetzter substantive oder 80er-jahre-prickelnder anspielungen. mysteriös und verspielt, mädchenhaft und trotzdem reif, geheimnisvoll und romantisch, verrucht und ungezügelt - danach den lachsack dreimal kräftig schütteln und heraus kommt dann sowas, sowas, sowas oder in leicht proseccoisierten momenten auch mal sowas.
sind die neugierigen fremden einmal den verlockungen des prinzessinnenfelsens erlegen, gilt es natürlich, diese möglichst dauerhaft an sich zu binden. als probate lock- und bleibmittel haben sich folgende dinge erwiesen:
ein regelmäsig zu wechselndes profilbild (leser lieben abwechslung)
echte fotos scheiden natürlich aus. also wird flink ein profilbildchen gewählt, das sich möglichst auf schlüsselreize der kundschaft spezialisiert: ein schemenhaftes gesicht hinter einer zerzausten (ficken!) lockenpracht, ein paar sorgsam manikürte füsschen in plastikpumps, ein lasziver ausschnitt eines arschsegments, ein storchenbeinchen oder eine pinupige comicfigur. wenn dann jemand immernoch zweifelt, dass hier eine reinrassige glühbirne, in deren corona qualvoll verbrannte männermotten schmachten, am werke ist: eine geschickt platzierte abstimmung verfehlt ihr ziel niemals!
die regelmässige berichterstattung aus dem bettkästchen (mach ihnen die nutte, baby!)
als faustregel auf dem prinzessinnenfelsen gilt: sexuelle erlebnisse sollten immer plastisch zum ausdruck bringen, wer auch in situationen, in denen die libido funkensprühend wie ein bengalisches feuer in den nachthimmel zischelt, das ruder in der hand hat. fickpostings sollten nach möglichkeit der dramatik eines interruptus folgen:kurz bevor es zur sache gehen (ruhig ein wenig ausschmücken und blumige schilderungen nicht scheuen) kann, klingelt das strassbesetzte handy und boybandname/mann nummer xx/ der ex-freund/ der geile hausmeister ruft an. nach verlassen der wohnung hat die gute alte schilderung der ekstatisch zerwühlten kleidung noch nie seine wirkung verfehlt. die beliebtesten versionen: hochgerutschten minirock runterziehen, bh-träger richten oder der klassiker: ohne höschen in die u-bahn.
überraschende wendungen
wenn der leserfluss abzuebben droht empfiehlt sich ein thematischer/biographischer/sexueller hakenschlag. wenn männliche leser sich dem nächsten, sich wohlig in der bewunderungssonne räkelnden maikäfer zuwenden, ist dringender handlungsbedarf geboten - wie wäre es damit, überraschend die beziehung zu beenden? deine leser mit einem ründchen devotion zu überraschen? ein dogmafilmähnliches filmchen online zu stellen? erfahrene prinzessinnen haben zu diesem zweck bereits vorgebaut und ein entsprechendes repertoire an männlichen protagonisten eingeführt: so ist immer stimmung in der bude.
für geistigen frühsport ist auf dem damengestein allemal gesorgt: zum glück birgt die große mutter internet eine schier unüberschaubare fülle hochgradig reliabler, valider und zuhöchst objektiver frauenzeitungstestchen für die zeiten, in denen das prinzessinnenego a) dringend ein ründchen seelenmasturbation benötigt oder b) mal wieder alle kommentatoren dezent zu tollheitsbekundungen aufgefordert werden müssen. von nix kommt nämlich bekanntlich nix.
prinzessinnen knüpfen gern und schnell zugeneigt-freundschaftliche beziehungen zu ihren, zumeist männlichen kommentarhofschranzen und eifrig komplimentierenden hechelrittern. geduldet ist, wer ein gewisses maß an täglicher zuwendung investiert, sich an bilderrätseln und blödsinniger kleinmädchensinnsuche beteiligt und bis zum schluss glaubhaft begehrliche hoffnung hegt. wenn man glück hat, gefällt sich die prinzessin lediglich in der rolle des fliegenstreifens, der von den dämlichsten küchenfliegen der plattform umsummt wird. mit pech hat die prinzessin gewisse kunsthandwerkliche ambitionen oder gar akademische wahnvorstellungen und langweilt regelmäsig durch blödsinnige gedichte oder den verbalen fortschrittsbalken ihres studiums der betriebs- oder niederen sozialwissenschaften. in diesem fall empfehle ich einen schnellen wechsel zu den ehemaligen prinzessinnenfelsen-bewohnerinnen zwei plätscherlaute weiter richtung grundwasser: weniger zähe und ausdauernde felsenanwärterinnen verlegen sich nämlich erfreulicherweise häufig aufs eigentliche kerngeschäft. und das ist ja auch ganz reizvoll.
Miss Manierlich - 21. Sep, 01:36
Dr.Schein (anonym) - 21. Sep, 14:42
Was für ein märchenhaft feiner Skalpellblick auf das 'moderne' Blogsirentum!!
Hätte ich einen Wunsch frei, er lautete:
Bitte sezieren Sie demnächst auch die 'Drachentöter'...
Hätte ich einen Wunsch frei, er lautete:
Bitte sezieren Sie demnächst auch die 'Drachentöter'...
Frayza (anonym) - 21. Sep, 20:44
Grüße aus dem Mietshaus
Liebe Miss Manierlich,
auch als Mieterin und damit "Communitymitglied" der Hausgemeinschaft blog.de (wobei ich wohl eher im Kellergeschoß untergekommen bin, weit weg von analysierenden Blicken :-) ) fand ich diese erste Profilstudie der Mieter zum Teil recht zutreffend (wobei ich zumindest eine Seite ganz gerne mal lese).
Das Du Dir diesen Hausbesuch für Profilstudien aber immer noch antust ... Hut ab. Ich als Mieterin des Hauses, gehe ja sehr selten auf den Hausflur oder in die Wohnungen anderer Mieter und wenn dann schau ich mir die Wohnungseinrichtung an und befinde sie in den meisten Fällen für mich als uninteressant.
Ich bin dankbar, daß meine Kellerwohnung von den meisten anderen Mietern nicht wahrgenommen wird und sich bisher noch keine Communitypartys (Sinnlose Kommentare vom Fließband) stattgefunden haben.
Meine Besucher kommen in die Wohnung beschauen sich die Einrichtung, befinden sie für uninteressant oder auch nicht und gehen wieder ohne sinnloses Gelaber :-)
Woher kommt eigentlich dieses plötzliche Comunityscheiß-Gerede, ich will keiner Comunity angehören. Ist ja furchtbar.
Es grüßt aus den Katakomben des lieblichen blog.de Idylls
Kellerassel Frayza :-)
P.S. Freue mich schon auf neue Expeditionsberichte aus dem Gehege.
auch als Mieterin und damit "Communitymitglied" der Hausgemeinschaft blog.de (wobei ich wohl eher im Kellergeschoß untergekommen bin, weit weg von analysierenden Blicken :-) ) fand ich diese erste Profilstudie der Mieter zum Teil recht zutreffend (wobei ich zumindest eine Seite ganz gerne mal lese).
Das Du Dir diesen Hausbesuch für Profilstudien aber immer noch antust ... Hut ab. Ich als Mieterin des Hauses, gehe ja sehr selten auf den Hausflur oder in die Wohnungen anderer Mieter und wenn dann schau ich mir die Wohnungseinrichtung an und befinde sie in den meisten Fällen für mich als uninteressant.
Ich bin dankbar, daß meine Kellerwohnung von den meisten anderen Mietern nicht wahrgenommen wird und sich bisher noch keine Communitypartys (Sinnlose Kommentare vom Fließband) stattgefunden haben.
Meine Besucher kommen in die Wohnung beschauen sich die Einrichtung, befinden sie für uninteressant oder auch nicht und gehen wieder ohne sinnloses Gelaber :-)
Woher kommt eigentlich dieses plötzliche Comunityscheiß-Gerede, ich will keiner Comunity angehören. Ist ja furchtbar.
Es grüßt aus den Katakomben des lieblichen blog.de Idylls
Kellerassel Frayza :-)
P.S. Freue mich schon auf neue Expeditionsberichte aus dem Gehege.
mayflower (anonym) - 21. Sep, 22:58
Ich war nie wirklich verschwunden, nur eingebuddelt, die Gründe dafür gehören allerdings langsam der Vergangenheit an.
Dann bin ich ja beruhigt, sind Maikäfer doch wirklich drollige Gesellen, die es nicht verdienen in derartige Untiefen gezogen zu werden. ;)
'Illern' ist wohl ein regional geprägter Begriff, hat so was schön unbestimmtes, vages, aber dennoch auch ein wenig durchtriebenes. 'Sphinxen' find ich aber auch nicht schlecht, ist mir bei dir das erste Mal unter die Augen gekommen
Dann bin ich ja beruhigt, sind Maikäfer doch wirklich drollige Gesellen, die es nicht verdienen in derartige Untiefen gezogen zu werden. ;)
'Illern' ist wohl ein regional geprägter Begriff, hat so was schön unbestimmtes, vages, aber dennoch auch ein wenig durchtriebenes. 'Sphinxen' find ich aber auch nicht schlecht, ist mir bei dir das erste Mal unter die Augen gekommen
Raphael (anonym) - 22. Sep, 12:15
Bla
"ich bin fest davon überzeugt, dass sich in jeder, wirklich jeder community nach einer gewissen dauer identische soziale konstellationen herausbilden und archetypen etablieren."
So sieht's wohl aus. Frage mich aber trotzdem gerade, ob du vielleicht auch zwischen Bergen hochkonzentrierten Mülls ab und zu ein/zwei Perlen findest und auch über sie rezensieren würdest. Denn warum sollte ich meine Zeit damit verschwenden, mich in qualitativ schlechte Blogs einzulesen, nur um deine zugegebenermaßen sehr schön geschriebenen Fallstudien zu hinterfragen? Selbst ich lege nicht soviel Selbstgeißelung an den Tag.
Hast du eigentlich eine Vermutung, woher bei einer literaten Frau wie dir, einer Dame, die problemlos scharfzüngig bebildert Sachverhalte wie durch das Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs ausknipsen kann, diese Fixierung auf die rein qualitative Unterlegenheit, man kann nicht hüpfen, wenn man keine Beine hat, herrührt?
So sieht's wohl aus. Frage mich aber trotzdem gerade, ob du vielleicht auch zwischen Bergen hochkonzentrierten Mülls ab und zu ein/zwei Perlen findest und auch über sie rezensieren würdest. Denn warum sollte ich meine Zeit damit verschwenden, mich in qualitativ schlechte Blogs einzulesen, nur um deine zugegebenermaßen sehr schön geschriebenen Fallstudien zu hinterfragen? Selbst ich lege nicht soviel Selbstgeißelung an den Tag.
Hast du eigentlich eine Vermutung, woher bei einer literaten Frau wie dir, einer Dame, die problemlos scharfzüngig bebildert Sachverhalte wie durch das Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs ausknipsen kann, diese Fixierung auf die rein qualitative Unterlegenheit, man kann nicht hüpfen, wenn man keine Beine hat, herrührt?
Miss Manierlich - 22. Sep, 13:45
mein lieber ambrovel,
genau genommen rezensiere ich ja nicht über die perlen im müll, sondern über die besonders bizarr verschimmelten lebensmittelreste. sollte ich tatsächlich mal über eine perle auf blog.de stolpern, dann tue ich das, was jeder tun würden: ich freu mich drüber, linke als zeichen meiner tiefen sympathie dorthin und kommentiere von zeit zu zeit.
vermutungen bezüglich deiner frage hege ich natürlich reichlich: ich glaube, ich habe ein gewisses faible für dreck. wie an anderer stelle bereits beschrieben glaube ich, dass man die wirklichen gruseldinge des lebens nur geniessen, d.h. sich vollmundig darüber ärgern kann, wenn man eben auch das hochkulturelle diametral kennt und schätzt. nach ausgiebiger nabokov-lektüre (a propos: es ist herbst. zeit, mal wieder einen blick in pnin oder lushin zu werfen, mein lieber) bin ich in passender stimmung, um mich einem ausgiebigen fernsehmarathon mit rtl2-doku-soaps hinzugeben. ich habe alle bogbrother-staffeln aufmerksamst verfolgt und finde, das sollte pflichtveranstaltung für soziologen werden. meine vermutung: solche sendungen werden eigentlich für ein akademisches publikum konzipiert - ich wage zu bezweifeln, dass der standard-rtl2-konsument mit crazy-frog-klingelton auf´m handy das gesehene angemessen zu schätzen weiss. denkst du beim bild des nichthüpfenkönnens nicht auch automatisch an die ritter der kokosnuss?
summa: mein herz schlägt blogseitig definitiv fürs verreissen, die betrachtungsobjekte können gar nicht schlecht genug sein. was waren das für zeiten, als das klappernde spinnrad, franci mit anhang, der depressive mit den schlechten haikus und andere quellen unermüdlicher freude noch aktiv waren! aber wem sage ich das, mein lieber ambrovel.
ps. der kleine rote kinderpfeil, der im header auf dein giraffiges ich fällt, ist grandios. und sie spinnen sowieso.
allerbeste grüße,
deine assasinin
genau genommen rezensiere ich ja nicht über die perlen im müll, sondern über die besonders bizarr verschimmelten lebensmittelreste. sollte ich tatsächlich mal über eine perle auf blog.de stolpern, dann tue ich das, was jeder tun würden: ich freu mich drüber, linke als zeichen meiner tiefen sympathie dorthin und kommentiere von zeit zu zeit.
vermutungen bezüglich deiner frage hege ich natürlich reichlich: ich glaube, ich habe ein gewisses faible für dreck. wie an anderer stelle bereits beschrieben glaube ich, dass man die wirklichen gruseldinge des lebens nur geniessen, d.h. sich vollmundig darüber ärgern kann, wenn man eben auch das hochkulturelle diametral kennt und schätzt. nach ausgiebiger nabokov-lektüre (a propos: es ist herbst. zeit, mal wieder einen blick in pnin oder lushin zu werfen, mein lieber) bin ich in passender stimmung, um mich einem ausgiebigen fernsehmarathon mit rtl2-doku-soaps hinzugeben. ich habe alle bogbrother-staffeln aufmerksamst verfolgt und finde, das sollte pflichtveranstaltung für soziologen werden. meine vermutung: solche sendungen werden eigentlich für ein akademisches publikum konzipiert - ich wage zu bezweifeln, dass der standard-rtl2-konsument mit crazy-frog-klingelton auf´m handy das gesehene angemessen zu schätzen weiss. denkst du beim bild des nichthüpfenkönnens nicht auch automatisch an die ritter der kokosnuss?
summa: mein herz schlägt blogseitig definitiv fürs verreissen, die betrachtungsobjekte können gar nicht schlecht genug sein. was waren das für zeiten, als das klappernde spinnrad, franci mit anhang, der depressive mit den schlechten haikus und andere quellen unermüdlicher freude noch aktiv waren! aber wem sage ich das, mein lieber ambrovel.
ps. der kleine rote kinderpfeil, der im header auf dein giraffiges ich fällt, ist grandios. und sie spinnen sowieso.
allerbeste grüße,
deine assasinin

Doch wie kommt der Maikäfer ins Spiel?
Es gelingt übrigens den Links nicht zu folgen, wenn einem bewusst ist, was sich dahinter verbirgt. Hat gerade geklappt, Storchenbeins Schnäbeleien sind sowieso sowas von sumsebrummse-nichtig.
Deine Hartnäckigkeit ist erstaunlich, ich hatte nach der Flucht nur noch selten zurückgeillert ins Ich-Wäre-Gerne--Das-Vielbesserland.
Grüße
Mayflower
meine hartnäckigkeit ist nicht erstaunlich, sondern pathologisch. krankhaft. zutiefst anal. was mich hingegen sehr freut, ist dass du den ausdruck illern kennst und nicht scheust, ihn auch zu benutzen...
allerbestes,
deine miss
wie peinlich, das sehe ich ja jetzt erst. der maikäfer sollte natürlich ein sexy marienkäfer werden. ein zutiefst weibischer ladybird mit pochette unter einem der ärmchen und einem kecken baskenmützchen auf dem haupthaar. ob ich das noch ändern soll...?
für den don:
ich glaube dir ja nur so halb, dass du die echten blog.de-perlen aus dem wilken-sommerschen repertoire nicht ebenso gut kennst wie ich. und was das auflockern angeht: da wäre ich sehr skeptisch. der top-ten-angeführte mob formiert sich so pfeilschnell, dass einem teilweise vor lauter kommentierenden sardinenschwärmen die augen bluten. und nur weil man den kirmesabfall, durch den sich die räumfahrzeuge graben abends fortspült, bleibt die asphaltdecke ja trotzdem solide.