hier kann ich Deine Ansichten nur begrenzt teilen. In Hinsicht literarischer Texte stimme ich mit einem meiner Vorredner überein. Solange sie es schaffen mich in ihren Bann zu ziehen und dort auch halten, können sie elendig lang oder so kurz sein wie sie wollen.
Jetzt bin ich in der Literatur nicht so bewandert, deshalb muss Tolkiens "Herr der Ringe" mal herhalten.
Für dieses Buch habe ich mehr als fünf Anläufe gebraucht, weil ich ständig über diese für mich qualvollen Passagen der Landschaftsbeschreibungen etc. (die meines Erachtens wirklich kürzer hätten ausfallen können) gestrauchelt bin. Es hat mich regelrecht aus meinem Lesefluss gerissen. Weniger wäre mir dort lieber gewesen.
Ich mag das Buch wirklich gerne, aber das Wissen um diese Passagen schreckt mich immer wieder ab es ein weiteres Mal zu lesen.
Bei Blogs gilt ähnliches, der Text muss mich ansprechen. Ich kann weder mit zu kurz geratenen noch ins unendliche gedehnte Beiträgen etwas anfangen, wenn sich für mich darin nicht irgend etwas Sinnvolles erschließt.
Manche Deiner längeren Beiträge zu bestimmten Themen sind für mich aus anderem Grund manchmal hart an der Grenze. Sie haben Inhalt keine Frage, jedoch die Sätze lenken zumindest mich von selbigem ab. Mir persönlich fällt es schwer ihnen auf Grund der, ich nenns mal ausufernden Sprachakrobatik und Deiner Liebe zu verschnörkelten Satzbauten und Metaphern, zu folgen.
Um es auch mal Metaphorisch zu sagen. Ein Text ist für mich eine Landschaft und die Sätze sind das Seil, das ich halte und das mich wie ein kleines Kind sicher durch diese führt. Jedoch bei manchen Deinen Texte, wo die Landschaft schon schweres Gelände ist, fehlt mir persönlich dieses sichere Seil, es sieht zwar schön aus aber es hilft mir nicht.
Manchmal wünschte ich mir Texte wie obiger wären von Dir in einer mehr sachlich, neutraleren Ausdrucksweise gefast und weniger poetisch geschmückt. Nichts desto trotz lese ich mich gerne durch sie durch.
Ich hoffe ich hab mich einigermaßen klar und deutlich ausgedrückt, das ist unter anderem mein Problem. Das, wie auch fehlende Sprachgewandheit und uninteressantes Erzählen.
Liebe Grüße
Frayza
Miss Manierlich - 13. Nov, 23:59
liebe frayza,
es sollte natürlich keineswegs der eindruck entstehen, ich würde jedes längere buch mögen - die ausdehnung eines textes ist für mich sicherlich nicht mehr als die bedingung der möglichkeit. kurze texte beginne ich aus angst, mein leseherz nach 15 seiten an eine figur zu hängen, die 3 seiten später schon wieder verschwindet, nur meist gar nicht erst.
was das schwere manierliche gelände angeht, hast du natürlich vollkommen recht: die fähigkeit, einen sachverhalt präzise und bündig zu schildern, geht mir tatsächlich vollständig ab. so schwatzhaft und metapherngespickt das alles manchmal daher kommen mag: ich umkreise das wild eben lieber ein paar runden mehr und schiesse ein paarmal vogelbeeren anstelle von geweihen, als das kaninchen anstelle des bockes zu schultern.
am "herr der ringe" haben mich ja am meisten die furchtbaren gesänge und reimlichkeiten gestört - sowas irritiert und verärgert mich viel mehr, als die ausschweifende schilderung einer graslandschaft oder eines verzierten dolches. zur schlechten hilfe, die dir ein schönes aber nutzloses seil in unwegsamem textgelände ist, würde ich gern noch etwas sagen, aber in mir kreiselt gerade noch alles und ich habe das bild noch nicht ganz zurückgedacht. verflixte metaphern!
ach ja die Gesänge, bei denen hatte man aber den Vorteil, das man das Ende sofort im Blick hatte.
Die Metaphern in Deinen Texten machen zum Teil ja auch den Reiz aus, die über Deine "Jagdgepflogenheiten" finde ich zum Beispiel sehr gut beschrieben, ebenso auch die oft wohlformulierten Sätze. Nur ich für mich selbst stelle fest, daß ich bei einem Übermaß, Gedanklich nicht mehr bei der Sache bin und plötzlich mit dem Satzbau und dem verstehen der Metapher aber kaum noch mit dem Inhalt des Textes selbst beschäftigt bin.
Weniger ist manchmal doch mehr
hier kann ich Deine Ansichten nur begrenzt teilen. In Hinsicht literarischer Texte stimme ich mit einem meiner Vorredner überein. Solange sie es schaffen mich in ihren Bann zu ziehen und dort auch halten, können sie elendig lang oder so kurz sein wie sie wollen.
Jetzt bin ich in der Literatur nicht so bewandert, deshalb muss Tolkiens "Herr der Ringe" mal herhalten.
Für dieses Buch habe ich mehr als fünf Anläufe gebraucht, weil ich ständig über diese für mich qualvollen Passagen der Landschaftsbeschreibungen etc. (die meines Erachtens wirklich kürzer hätten ausfallen können) gestrauchelt bin. Es hat mich regelrecht aus meinem Lesefluss gerissen. Weniger wäre mir dort lieber gewesen.
Ich mag das Buch wirklich gerne, aber das Wissen um diese Passagen schreckt mich immer wieder ab es ein weiteres Mal zu lesen.
Bei Blogs gilt ähnliches, der Text muss mich ansprechen. Ich kann weder mit zu kurz geratenen noch ins unendliche gedehnte Beiträgen etwas anfangen, wenn sich für mich darin nicht irgend etwas Sinnvolles erschließt.
Manche Deiner längeren Beiträge zu bestimmten Themen sind für mich aus anderem Grund manchmal hart an der Grenze. Sie haben Inhalt keine Frage, jedoch die Sätze lenken zumindest mich von selbigem ab. Mir persönlich fällt es schwer ihnen auf Grund der, ich nenns mal ausufernden Sprachakrobatik und Deiner Liebe zu verschnörkelten Satzbauten und Metaphern, zu folgen.
Um es auch mal Metaphorisch zu sagen. Ein Text ist für mich eine Landschaft und die Sätze sind das Seil, das ich halte und das mich wie ein kleines Kind sicher durch diese führt. Jedoch bei manchen Deinen Texte, wo die Landschaft schon schweres Gelände ist, fehlt mir persönlich dieses sichere Seil, es sieht zwar schön aus aber es hilft mir nicht.
Manchmal wünschte ich mir Texte wie obiger wären von Dir in einer mehr sachlich, neutraleren Ausdrucksweise gefast und weniger poetisch geschmückt. Nichts desto trotz lese ich mich gerne durch sie durch.
Ich hoffe ich hab mich einigermaßen klar und deutlich ausgedrückt, das ist unter anderem mein Problem. Das, wie auch fehlende Sprachgewandheit und uninteressantes Erzählen.
Liebe Grüße
Frayza
es sollte natürlich keineswegs der eindruck entstehen, ich würde jedes längere buch mögen - die ausdehnung eines textes ist für mich sicherlich nicht mehr als die bedingung der möglichkeit. kurze texte beginne ich aus angst, mein leseherz nach 15 seiten an eine figur zu hängen, die 3 seiten später schon wieder verschwindet, nur meist gar nicht erst.
was das schwere manierliche gelände angeht, hast du natürlich vollkommen recht: die fähigkeit, einen sachverhalt präzise und bündig zu schildern, geht mir tatsächlich vollständig ab. so schwatzhaft und metapherngespickt das alles manchmal daher kommen mag: ich umkreise das wild eben lieber ein paar runden mehr und schiesse ein paarmal vogelbeeren anstelle von geweihen, als das kaninchen anstelle des bockes zu schultern.
am "herr der ringe" haben mich ja am meisten die furchtbaren gesänge und reimlichkeiten gestört - sowas irritiert und verärgert mich viel mehr, als die ausschweifende schilderung einer graslandschaft oder eines verzierten dolches. zur schlechten hilfe, die dir ein schönes aber nutzloses seil in unwegsamem textgelände ist, würde ich gern noch etwas sagen, aber in mir kreiselt gerade noch alles und ich habe das bild noch nicht ganz zurückgedacht. verflixte metaphern!
bestes,
miss manierlich
ach ja die Gesänge, bei denen hatte man aber den Vorteil, das man das Ende sofort im Blick hatte.
Die Metaphern in Deinen Texten machen zum Teil ja auch den Reiz aus, die über Deine "Jagdgepflogenheiten" finde ich zum Beispiel sehr gut beschrieben, ebenso auch die oft wohlformulierten Sätze. Nur ich für mich selbst stelle fest, daß ich bei einem Übermaß, Gedanklich nicht mehr bei der Sache bin und plötzlich mit dem Satzbau und dem verstehen der Metapher aber kaum noch mit dem Inhalt des Textes selbst beschäftigt bin.
Liebe Grüße
Frayza