vortrefflich geschildert! so ein perfekter bezahlter feierabend hat schon irgendwas. aber innerhalb dessen doch lieber die performance 'mansarde' als das projekt 'carport'...oder?
Miss Manierlich - 19. Sep, 16:44
lieber schneck, lieber walhalladada
(der einfachheit gleich eine doppelantwort)
dem lebensgefühl und vor allem der lebenswirklichkeit zwischen carport und der dekoration kalter platten mit krauser petersilie kann ich mich recht gut entziehen, auch meine ovarien sind bisher noch hübsch still und gegen katzen bin ich massiv allergisch.
nur ankommen, das würde ich gern. irgendwann mal im imaginären lebenslauf eine dicke rote zahl markieren und in schwungvoller schrift dahintersetzen: ab 200x tätigkeit als xy. ich fühle mich manchmal schlichtweg zu alt für dieses powergepointe, das milchkaffeeschwangere und-was-machst-du-grade-so-gequatsche, für das in jeder hinsicht aus-kisten-leben und die absolute unmöglichkeit, etwas zu planen. ja genau: pläne machen. solche, die gar nichts mit der beruflichen existenz und der prostituion mit personen zu tun haben, die als finanzier für jeden noch so großen dreck, den man gerade umsetzen muss, fungieren könnten.
ich will nach 10-12 stunden arbeit nach hause kommen, ich will unbezahlte überstunden und mitarbeiterbespechungen. ich möchte bis an mein lebensende 28 tage urlaub und eine betriebliche altersvorsorge. für das geschwätz auf semilegalen parties, hysterische zusammentreffen im veganen coffee shop und das austauschen von ideen und projektchen von einem schneeweissen ibook auf ein anderes bin ich zu müde.
ich möchte einen kleiderschrank - kein potpourri aus den kollektionen der letzten 10 jahre von h&m und zara, gespickt mit designerschuhen, die wie aliens dazwischen sitzen. ich möchte nicht, dass aus meinen manteltaschen regelmässig ein zettelregen aus telefonnummern und visitenkarten von lass-uns-mal-was-zusammen-machern rieselt. visitenkarten sollen sich nachts auf dem rolodex im büro (mit poliertem namensschild!) drehen und wer mir erzählt, dass er gerade an dieser wahnsinnsaktion im öffentlichen raum arbeitet, fliegt hochkant aus meiner stillen wohnung, in der es keinen einzigen flyer und schon gar keine bionade gibt. ich will hauchzarte kaschmirpullover und nicht länger mein eigenes büro und meine eigene firma sein. ich will einen burggraben zwischen mir und meiner arbeit und keine verschwommenen gespräche in szenebars und auf "events".
das kann man festanstellung und biographisches lock-in-syndrom nennen: ich nenne es ruhe. und klare grenzen. und angekommen sein.
(der einfachheit gleich eine doppelantwort)
dem lebensgefühl und vor allem der lebenswirklichkeit zwischen carport und der dekoration kalter platten mit krauser petersilie kann ich mich recht gut entziehen, auch meine ovarien sind bisher noch hübsch still und gegen katzen bin ich massiv allergisch.
nur ankommen, das würde ich gern. irgendwann mal im imaginären lebenslauf eine dicke rote zahl markieren und in schwungvoller schrift dahintersetzen: ab 200x tätigkeit als xy. ich fühle mich manchmal schlichtweg zu alt für dieses powergepointe, das milchkaffeeschwangere und-was-machst-du-grade-so-gequatsche, für das in jeder hinsicht aus-kisten-leben und die absolute unmöglichkeit, etwas zu planen. ja genau: pläne machen. solche, die gar nichts mit der beruflichen existenz und der prostituion mit personen zu tun haben, die als finanzier für jeden noch so großen dreck, den man gerade umsetzen muss, fungieren könnten.
ich will nach 10-12 stunden arbeit nach hause kommen, ich will unbezahlte überstunden und mitarbeiterbespechungen. ich möchte bis an mein lebensende 28 tage urlaub und eine betriebliche altersvorsorge. für das geschwätz auf semilegalen parties, hysterische zusammentreffen im veganen coffee shop und das austauschen von ideen und projektchen von einem schneeweissen ibook auf ein anderes bin ich zu müde.
ich möchte einen kleiderschrank - kein potpourri aus den kollektionen der letzten 10 jahre von h&m und zara, gespickt mit designerschuhen, die wie aliens dazwischen sitzen. ich möchte nicht, dass aus meinen manteltaschen regelmässig ein zettelregen aus telefonnummern und visitenkarten von lass-uns-mal-was-zusammen-machern rieselt. visitenkarten sollen sich nachts auf dem rolodex im büro (mit poliertem namensschild!) drehen und wer mir erzählt, dass er gerade an dieser wahnsinnsaktion im öffentlichen raum arbeitet, fliegt hochkant aus meiner stillen wohnung, in der es keinen einzigen flyer und schon gar keine bionade gibt. ich will hauchzarte kaschmirpullover und nicht länger mein eigenes büro und meine eigene firma sein. ich will einen burggraben zwischen mir und meiner arbeit und keine verschwommenen gespräche in szenebars und auf "events".
das kann man festanstellung und biographisches lock-in-syndrom nennen: ich nenne es ruhe. und klare grenzen. und angekommen sein.