8
Mrz
2016

Heute, 08.03.

Ich gebe gern und verhältnismäßig (gemessen am Anteil meines Einkommens,) viel Geld für Essen aus. Das heisst: Basics im Lieblingssupermarkt, dazu Wochenmärkte, alles vom Tier (das macht aber einen eher kleinen Teil aus, Fleisch ist nicht so arg meins, nur bei Gulasch, Bolognese und Sushi setzt es bei mir aus) beim lokalen Fachdealer, viel auswärts essen, viel und genussig daheim kochen. Wenn ich Kokoswasser, den ersten Spargel, grüne Smoothies oder Konditoren-Schweinsöhrchen will, dann schmeisse ich Geld nach dem Wunsch. Essen ist mir wichtig und folglich gebe ich dafür gern und relativ sorglos Geld aus. Ich weiss nicht, ob das ein Privileg ist, aber wenn, dann ist es sicherlich eins, das man wollen muss. Und zwar immer und unabhängig vom Einkommen.

#armeleuteessen also. Ich weiss (im Sinne von: selbst oder aus nächster Nähe gesehen) nichts darüber, wie oder was arme Leute essen. Was ich weiss ist, was man halt so glaubt, oder was zu glauben man nahegelegt bekommt, was arme Leute essen oder (noch schlimmer) was sie vermeintlich essen könnten, wenn sie nicht ihre ganzen paar Kröten für Kippen, Alkohol und anderen Kram raushauen würden. Was speziell in letzterem mitschwingt ist der latende Vorwurf, das Geld sei da, allein es fehle der Wille, das Engagement, die Fähigkeit zur priorisieren. Fakt ist: Armut bedingt schlechtes (also z.B. industriell hochverarbeitetes, naturfernes, in Treibhäusern und Quälanstalten produziertes Zeug) Essen. Genauso wie eher beengte Wohnverhältnisse. Kein Urlaub. Eingeschränkte Mobilität. Das ist schlimm - aber keine Wertung, Etwas ein "Armeleuteessen" zu nennen, ein Essen also als billig, günstig, wasauchimmer zu bezeichnen, sagt (zumindest in meiner Lesart) nur etwas über den Preis aus - aber nichts darüber, dass Menschen mit wenig Geld nichts anderes verdient hätten oder eben nichts anderes essen dürften. Es sagt: die Zutaten, die dieses Essen ausmachen, sind billig oder auch für Menschen mit wenig Geld erschwinglich. Und ganz ehrlich: wenn ich mir Kartoffelbrei mit Spiegelei oder Arme Ritter mache, tue ich das nicht, weil ich mit kribbelnder Kopfhaut mal in meiner bornierten Wohlfühlbubble erfahren will, was die armen Leute so essen. (Das einzige überteuerte Lebensmittel, das ich wirklich mag sind Trüffel. Wenn ich mir das mal gönne, dann weil ich den Geschmack sehr gern mag - nicht weil ich mal wissen möchte, wie es sich anfühlt reich zu sein).

Ich würde mir wünschen und ich würde mich ehrlich freuen, wenn jeder Mensch, egal ob arm oder reich oder gefühlt irgendwo dazwischen gut und nachhaltig essen könnte - und dies auch täte. Und komischerweise war mein erster Gedanke beim ArmeLeuteEssen-Experiment nicht, den armen Menschen mal zu zeigen, dass man sehr wohl bio essen könnte, wenn man nur wöllte. Sondern: Druck auf diejenigen auszuüben, die finanziell sehr wohl könnten, es aber trotzdem nicht tun. Jemandem, der pro Tag wenige Euro für seine Ernährung hat, mache ich keinen Vorwurf, wenn er sich gegen bio und für irgendetwas anderes, z.B. mehr Masse entscheidet. Jemandem, der das Geld hätte, aber beim Essen spart, darf man hingegen sehr wohl die Frage stellen, warum sich in dieser Weise entschieden wird. Und im Gegensatz zum Empfänger von finanzieller Unterstützung sehe ich hier wirkliche Verantwortung für den eigenen Konsum und den Teil des Verhaltens sowie von Entscheidungen, die durch Geld bestimmt werden. Für mich war der Duktus des Experiments: Wenn es sogar unter den denkbar schlimmsten finanziellen Bedingungen möglich ist, sich bewusst und gut zu ernähren - dann gibt es eigentlich keine Ausrede und keine Entschuldigung mehr, dies bei höherem Einkommen nicht zu tun. Deutlicher: Dann ist es eine bewusste Entscheidung (für Urlaub, eine höhere Taktung beim Erwerb technischer Geräte, größere Wohnungen, tollere Autos), das Geld nicht für Essen auszugeben. Spannend ist für mich nicht die Biorama-Frage, ob sich bio nur "Besserverdiener" leisten können - sondern ob es Menschen gibt (von miraus kategorisiert anhand ihres Einkommens), die sich etwas leisten müssten. Und die sich wirklich dafür rechtfertigen müssten, es nicht zu tun. Ich möchte über Entscheidungen sprechen - nicht über die Auswirkungen von Bescheiden. (Extrem regt mich beispielsweise immer auf, wie ein bisschen Kleingeld für einen offenkundig Obdachlosen mit Verweis darauf, das Geld würde ja doch nur versoffen, verwehrt wird. Diese den-Gegenstand-meiner-Wohltat-bestimme-immernoch-ich-Attitüde ist superschlimm. Mich freut der Gedanke, dass sich jemand für das bisschen Kleingeld ein Bier kaufen kann, auf das er Lust hat. Das Essensding ist irgendwie genauso: kauft euch etwas Gutes, Sinniges, Wertiges, wenn ihr schon Geld von der Allgemeinheit bekommt.)

Ausgesprochen schlimm ist leider auch die reflexhaft um sich beissende Reaktion derjenigen, die sich sofort zum Rächer der Entehrten machen. Ich finde es nicht zynisch, ein Essen "ArmeLeuteEssen" zu nennen und das "Experiment" übt m.E. viel mehr Druck auf die, die sich gutes Essen leisten können aus, als auf Menschen, die finanzielle Unterstützung beziehen müssen. Überhaupt keinen anderen Verhaltensmodus als Empörung und keine andere Reaktion mehr als Betroffenheit und Kränkung zu empfinden ist ebenfalls eine bewusste Entscheidung, Wie ich meine Privilegien checken soll, ohne mich zu fragen wie es ohne sie aussieht, oder wie Verzicht aussähe, ist mir nicht klar. Ich dachte immer, sich in andere Lebensumstände hineinzuversetzen, wäre etwas Richtiges - die Reaktionen auf diese läppische Aktion belehren mich aber gerade, dass das borniert und überheblich sei. Entbindet wenig Haben vom wollen müssen? Muss man viel haben, um zu können?

Niemand muss die Kraft haben, etwas zu wollen. Niemand muss wollen können. Aber auch ohne Müssen und Wollen gibt es Verantwortung, und sei es auch nur für die eigenen Entscheidungen.

Im vielgeteilten Artikel "vom Luxus über #armeleuteessen zu fantasieren" findet sich leider ganz am Ende Krudes. Hier heisst es:

[tl,dr: Selbstversuche wie #armeLeuteessen möchten bestimmte Menschen(gruppen) motivieren, Konsumentscheidung für sich zu begründen bzw. bestimmte Argumente bestimmter Menschen nicht gelten zu lassen, ohne zu hinterfragen, auf welcher Grundlage welche Entscheidungen getroffen werden. Das ist missachtende Kackscheiße und nicht nachhaltig.]


Ich verstehe es einfach nicht. Warum werden die Erfahrungen von Menschen mit wenig oder kleinem Budget für Ernährung für ungültig erklärt, wenn ich meine eigenen Konsumentscheidungen hinterfrage? Darf wirklich nur noch derjenige über ein Problem (und ich halte es für ein Problem, sich aus finanzieller Not schlecht ernähren zu müssen) sprechen, der es nicht nur selbst sondern dauerhaft und unverschuldet erlebt, weil alles andere Missachtung und Herabwürdigung ist? Ähnliches ist hier zu lesen: Warum ist es überhaupt notwendig, sich im Rahmen eines Selbstversuchs einen Einblick in diese Lebenssituationen zu verschaffen, wenn es doch genügend Menschen gibt, die mit diesen Lebenssituationen auch tatsächlich leben? Warum greift man nicht auf deren Erfahrungsschatz zurück, gibt ihnen den Raum darüber zu sprechen und nimmt sie dabei auch als Experten ihrer Lebenslage ernst?. Ernsthaft, wir fragen uns, warum es eigentlich notwendig ist, sich einen Einblick in eine Lebenssituation zu verschaffen, die nicht die eigene ist? Selbstversuche (für mich sind es keine) sind ebensowenig nachhaltig wie Zuhören und repitierende Schilderungen Betroffener. Glaubt ernsthaft jemand, der Mindestsatz wäre so niedrig, weil noch nie jemand die Gelegenheit gehabt hätte ernsthaft und eindringlich zu erzählen, wie sich das Leben mit Mindestsatz anfühlt? Dass es also nur ein Mal ein richtiges, ernsthaftes, echtes Zuhören geben müsse, damit sich etwas ändert? Es ist anders und schlimmer: Jeder weiss, dass das zu wenig Geld ist. Jeder kann sich vorstellen, wie beschissen es ist mit so wenig Geld zu leben. Zuhören ändert nichts - ändern ändert etwas. Und Perspektivwechsel sind nichht die schlechtes Ausgangsbasis für Veränderungen.

7
Mrz
2016

Heute, 07.03.

Morgens im Büro erwartet mich Post zur geplanten Auslandsexkursion, die Übersicht der Auswahl der anderen Teilnehmer erfreut mein Herz sofort, denn angereichert wird die Runde durch eine schon auf den ersten Blick belustigende Combo aus Sachsen ("Saxon Bohemian Switzerland"), ich glaube an die hänge ich mich dran, unsere eigene Gruppe klingt nicht halb so witzig.

Für eine nachmittägliche Großkundgebung fürs mittlere Management wurde mir spontan am Freitag ein aktiver Part zugeteilt, leider wieder ein Thema, bei dem es immer, immer, immer Streit und Gezänk gibt. Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass solche Runden strikt hierarchisch zugangsbeschränkt sind, weil es keinem Mitarbeiter zuzumuten ist, unsere supertoppigen, exquisit handverlesenen Führungskräfte dabei zu beobachten wie sie aufeinander einzicken und sich infantil beharken. Man erzählt sich, es habe da mal eine unschöne Szene gegeben, bei der zwei Granden aneinander gerieten und einer von beiden in einen Schirmständer stürzte (sagen die einen) bzw. geschubst wurde (sagen die anderen). Man kann ja so unglaublich viel über eine Organisation lernen, während man ihre Narrative kennenlernt.

Dieses mal findet die vierteljährliche Einpeitschung aus logistischen Gründen in einer Location statt, die allgemeine Empörung hervor gerufen hat - niemanden scheint hier etwas dabei zu stören, offene Empörung über das miese Catering an einem Ort zu äussern, an dem eigentlich die nächste große Einsparrunde diskutiert werden soll. Ich weiss das ist ein schlimmes Klischee, aber man scheint zu erwarten, dass es für die Qualen des harten, basar-artig durchgefeilschten Sparvorschlagsnachmittags (wenigstens machen sie es sich nicht leicht, sondern kämpfen um jedes FTE) zur Belohnung wenigstens Kalbsgulasch geben muss. Unschwer zu erraten: es gibt kein Kalbsgulasch. Aber dafür enttäuschte Gesichter, die ernsthaft widerspiegeln: ich war doch jetzt vier Stunden ganz brav, habe ich dafür keine Belohnung verdient?


(Streit und Gezänk gab es natürlich trotzdem. Ich war aber völlig damit beschäftigt, unauffällig zu schnüffeln, denn ich hatte tatsächlich heute morgen das schlimme Schwitzkleid aus dem Schrank gezogen, in dem ich schon nach einer halben Stunde beginne zu schwitzen. Ganze acht Deotücher und eine gefühlte Flasche Spray später entscheide ich, dass es jetzt entweder zu spät ist oder ich nie gerochen habe wie ein Bauarbeiter und schmeisse mich darum frohgemut an den Trog mit der Gulaschsuppe. Drei Stunden später werfe ich das Kleid zuhause in die Wäsche, ohne noch einmal zu schnüffeln und fühle mich wahnsinnig toll und über jede Selbstkritik erhaben.)

6
Mrz
2016

Heute, 06.03.

Gestern Verabredung mit dem ältesten und engsten beruflich entstandenen Kontakt. Wir haben uns fast zwei Jahre nicht gesehen, wissen diffus was der jeweils andere so macht, aber ich habe trotzdem Angst vor dem, was passiert.

Treffen in einer fancy Industriehalle, in der er mit seiner (natürlich) Agentur residiert. Seit drei Jahren versucht er verzweifelt, wieder dort anzukommen, wo wir uns damals wegen meines Jobwechsels trennten. Er macht großartige Arbeit, hat ein perfektes Auge, unglaubliches Gefühl für Räume und Inszenierung und einen ziemlich guten Geschmack. Auf der Negativseite: Alkohol, eine fatale Neigung zu einem Lebensstil, der seinen (nicht einmal seinem damaligen,wirklich sehr gutem Einkommen) finanziellen Möglichkeiten nicht entspricht und einen Frauengeschmack, der immer in die Katastrophe führt (Typ überreizte, histrionische, sexuell neurotische Kindfrau). Es war damals zwischen uns beiden immer ein halb ernster, halb (vermutlich von meiner Hälfte) verlachter Scherz, dass er schon um die 6.000 Euro (netto natürlich) bräuchte, damit er sich nicht einschränken müsse und so leben könne, wie er sich dies vorstellte. Nun ist das durchaus ein Einkommen, das ich auch irgendwie vertun könnte, ich habe allerdings akzeptiert, dass man auch mit einem weitaus kleineren Betrag ganz schick leben kann. Er rennt dieser Summe immernoch hinterher und bis es soweit ist, lebt er schonmal so als ob. Die Agenturräumlichkeiten sehen ziemlich exakt so aus wie das, was ich vor nunmehr vier Jahren in der Kulturhölle hinter mir gelassen habe. Eiermann-Tische, Plakate hipper Kunstevents, jede Menge Apple-Hardware, Aschenbecher, ironische Deko, Mateflaschen. Mittendrin: der Mensch, mit dem ich acht Jahre lang alles geteilt habe, was nicht Haus und Bett war und der sich kein Stück verändert hat. Er lacht, gestikuliert, zeigt, rotiert durch die Räume um mir 3 Jahre Pitchen in a nutshell zu zeigen. Es sind wunderschöne Arbeiten dabei, keines der Konzepte wurde gekauft. Über Wasser hält er sich und seine handvoll Studenten und Praktikanten mit Promotionjobs, Knochenarbeit auf Messen und notfalls fährt er mit dem LKW über Nacht irgendwelchen Kram nach München oder Hamburg.

Er sieht einigermaßen gut , also nicht versoffen-aufgequollen und grau, sondern relativ frisch und gepflegt aus, beim Umarmen spüre ich wieder Ansätze von Köperspannung und Muskeln. Ich setze mich auf eine Hängematte, die pittoresk vor einer Fensterfront hängt und fange an zu rauchen. Er ist kaputt und am Ende, das Akquisegeschäft, das Klinkenputzen, die Buchhaltung, das Verschriftlichen seiner Ideen, das Hinterherlaufen und Networken macht ihn fertig. Das Umfeld, das mich innerlich sehnsüchtig aufseufzen lässt, weil mein Büro eine Hölle aus grauem Teppichboden, Eichenimitat und Besprechungsecke mit Freischwingerstühlen ist (das durfte ich mir - whooohoo- vor Antritt aus einem spiessigen Ringordner aussuchen, in dem hierarchie-abhängig die Ausstattung versammelt war), tröstet ihn, den es nach USM und Vitra gelüstet, nicht. Während ich mir zumindest letzteres privat gönne und mit der Unfreiheit im Büro erkaufe, steht er am Ende der Schwelle, an der solche Büros noch cool und nicht schäbig sind, die Ablösung in Form quirliger junger Männer steht bereit, er ist in his words zu alt für die Scheiße.

Ich habe Hunger, er besteht darauf mich einzuladen und schleift mich in ein neues Restaurant in der Nähe, an dessen Besitzer er seit längerem wegen eines Auftrags schraubt. (Als am Ende des Abends die Rechnung kommt sterbe ich vor Scham, weil er die Bedienung davon überzeugen will, er dürfe hier immer auf Rechnung essen, diese sich aber weigert.)

Seine großen Themen sind immernoch Selbstverwirklichung und Freiheit. Ich ergänze gedanklich verzweifelten Optimismus und glücksritterliche Zuversicht. "Es muss einfach", "Es kann nicht sein, dass" und "Wir sind doch wirklich gut, oder?" sind die großen Konstanten des Abends. Nach anderthalb Stunden muss ich ihm sagen, dass er sich dummerweise einen extrem akquise- und connection-lastigen Arbeitsbereich ausgesucht hat, in dem nicht viel so wenig gilt wie die Qualität und dafür umsomehr die Qualitätsvermutung großer, gut vernetzter und dauerpräsenter Platzhirsche. Was seine Qualität von deren unterscheidet ist, dass seine Ideen moderner, frischer und toller sein mögen - die gesetzten Mitkonkurrenten wissen, was exakt so oft verkauft wurde, um es dem nächsten Kunde noch als hinreichend neu aber gleichzeitig bestätigter Massengeschmack verkaufen zu können.

Fünf Jahre, wiederholt er immer wieder, fünf Jahre dauere es selbst bei den ganz Großen der Branche, bis es richtig laufe. Ich öffne schon den Mund um ihm zu sagen, dass 5 durchschnittliche Jahre nicht bedeuten, dass es in fünf Jahren immer klappe. Sondern, dass die Wahrscheinlichkeit innerhalb dieser fünf Jahre am größten sein mag - um dann danach abrupt abzubrechen. Es heisst nicht, dass es doch jetzt, innerhalb von einem Jahr klappen müsse und die Warscheinlichkeit von Tag zu Tag höher wird. Es heisst: Du bist vermutlich keiner der ganz Großen, bei denen es klappt.

Wir umarmen uns lange im Auto, er bittet mich darum, ihn nicht direkt heim, sondern an einer Tankstelle abzusetzen. Ich fahre sofort los, weil ich nicht sehen möchte, mit welchem und mit wieviel Alkohol er wieder herauskommt.

3
Mrz
2016

Heute, 03.03.

Musterwechsel und eine neue Aufgabe: Sich nicht einschüchtern lassen. Raunzt der Chef Dich quer über den Flur an, Du sollst ihn bei einer Präsentation vertreten und das sei ja endlich mal wieder eine Gelegenheit, Dich zu profilieren - lächele Dein schönstes Lächeln und wünsche ihm viel Spaß auf seinem sicherlich beruflich motivierten Trip nach Sardinien. Pampt er Dich wegen irgendeiner Banalität an, heuchele unverhohlen schwerste Bestürzung und konstruiere eine möglichst überdimensionierte Lösung. Iss mindestens zwei Franzbrötchen und vermeide alles, was das Raubtier Deine panische Angst riechen lässt. Wenn er den Menschenfresser raushängen lässt und in seinem Stuhl lümmelnd Drohungen ausstösst, steh einfach auf und sprich im Stehen mit ihm. Erkenntnis: Es geht ihm niemals um die Sache, sondern nur darum, Dich aus dem Konzept zu bringen, Dich ein bisschen zu quälen und sich an Deinem Unwohlsein zu weiden. Entsprichst Du diesem Konzept, verfeinert er seine Technik. Gibst Du ihm nichts zu lernen, lacht er dröhnend und rollt zufrieden in sein Büro - Himmel, das ist wirklich die ganz harte Schule.

Ansonsten: Japanflüge für Mai gebucht. Versucht, das selbe schnuckelige Ryokan in Kyoto wie vor zwei Jahren zu buchen, mit Schwung einfach eine Kategorie teurer ausgewählt. Mit kleinem Gärtchen, Dachterasse mit Tempelblick (okay, in Kyoto sieht man eigentlich immer von irgendwo einen Tempel) und auch noch in einem zauberhaften Machiya.

2
Mrz
2016

Heute, 02.03.

Der Tag beginnt novemberlich, vorm Fenster hängt dichter Nebel. Ich bleibe einfach liegen, atme flach, schaue nach draußen und warte, dass sich das Höhlengefühl einstellt. Wieder stört dabei das bodentiefe Fenster, dank dessen ich aber zumindest sehen kann, wie die Nachbarn (die, mit den ultrastylishen Möbeln) ihren Schäferhund (nicht so ultrastylish) ausführen. Der Hund schwenkt fröhlich den Po und strebt zum Wasser. Im Bad riecht es penetrant nach dem neuen Duschbad in einer überzuckerten Mädchengeruchsrichtung, mit der ich seit neuestem die Brille putze weil meine Stimmung steigt, wenn ich die ersten Stunden des Tages Rhabarber rieche.

Mit Kaffee und Zigarette in der Hand sehe ich vom Balkon aus den Nachbarshund missmutig heim trotten, als über dem Rhein eine Vogelgang aufflattert würdigt er sie keines Blickes. Ich frage mich, ob er tagsüber allein vor der Glasür zum Balkon liegt und nach draußen schaut. Seit August lebe ich jetzt hier, die Lage liegt weitestgehend ungenutzt vor sich hin und nötigt mich stumm.

Auf dem Weg zur Straßenbahn spiele ich im Kopf den Tag durch und merke, wie mich die enge Taktung und die Aussicht auf viele Stunden Besprechungen frustriert. Der Chef liegt mit nahezu allen Kollegen im kalten oder heissen Krieg und erwartet, dass wir seine frohe Botschaft ebenfalls verbreiten. Ich bin verdammt schlecht darin, überzeugend zu wirken, wenn ich mich schäme. Ich kann streiten, Sitzungen abbrechen, harte Kritik üben und schlechte Nachrichten überbringen. Mein Gesicht habe ich nicht unter Kontrolle, man sieht mir immer an, was ich denke und es kommt extrem blöd, Härte zu simulieren und mimisch gleichzeitig um Nachsicht zu bitten.

Ein Großteil der Belegschaft ist in einem Workshop und ich fasse immernoch nicht, wie umfassend und überall hier geworkshopt wird. In jedem Raum stehen mehrere Metaplanwände, Moderationsköfferchen und Flipcharts, die Ausgaben für Moderationskärtchen müssen astronomisch sein, immer springt irgendjemand auf und pinnt, skizziert und visualisiert etwas. Ich habe eine Klebepunktallergie und seit Monaten niemandem mehr die Hand gegeben, ohne schwarze Finger zu sehen (schlimmer Whiteboardmarker-Unfall).

Es gibt schon früh am Morgen Geschrei, beleidigte Eitelkeit und stures Festklammern an Befindlichkeiten. Ich klammere mich an das lächelnde Gesicht meines Lieblingsteamleiters und tappe nur ein Mal in die Falle, einem Vorwurf mit Rechtfertigung zu begegnen.

Nachmittags kippt die Stimmung und ich werde merkwürdig heiter. Wir lachen, jemand findet eine vergessen geglaubte Schachtel Gebäck, ich gehe vergnügt zum letzten Termin des Tages, der sich wie ein Absacker anfühlt. Zum Abendessen gibt es Simits, Radieschen und irgendetwas seltsam tomatiges von der Zwergenwiese.

1
Mrz
2016

Heute, 01.03.

Ich habe verschlafen und hetzte den verlorenen 15 Minuten den ganzen Tag hinterher. Es gibt keinen Kaffee, nur ein oberflächliches Sich-Fertigmachen. Ich steuere mich selbst in einen Rippchenpullover, einen tweetigen Rock und die üblichen Blickdichten, greife ferngesteuert in die Obstschale und versuche, mich selbst einzuholen. In "Mustererkennung" gibt es für Jetlag das Bild des eigenen Körpers, der der Seele voraus ist, die sich ihrerseits wie an einer Jojo-Schnur erst hinterher rollen muss. Ich habe das Gefühl, meine Schnur wickelt sich immer weiter auf.

Ich freue mich eigentlich jeden Morgen darüber, in der Straßenbahn über den Rhein zu fahren - zumindest das funktioniert noch, aber zum ersten Mal spüre ich meinem Blick hinterher, der meine Fenster und den Balkon irgendwo dahinten sucht.

Im Büro wartet ein Termin, der angenehm eine routinierte Anzahl von Entscheidungen abfordert, es gibt um banalstes Organisieren, ich komme langsam in den Takt des Tages. Nach anderthalb Stunden spüre ich wohlig,wie sich Soll und Ist aufeinanderlegen, ich gönne mir bis zur Mittagspause ein bisschen Statistik, erfreue mich an der Arbeit mit Daten und fummele mich langsam wieder in Clusteranalysen.

Mittagspause mit dem Lieblingskollegen, der sich heute ärgerlicherweise nur über Arbeitskram unterhalten will, ich versuche das Gespräch zumindest ein bisschen klatschiger zu gestalten, als Kompromiss denken wir uns quatschige englische Begriffe für ein aktuelles Projekt aus und vereinbaren fest, selbige in den kollektiven organisationalen Sprachschatz einzuschmuggeln, indem wir ab jetzt hochernst versuchen, diese Begriffe so häufig wie möglich zu benutzen. Wir stellen beide fest, dass ich die und meine nur bedingt kontrollierte Mimik die Schwachstelle im Plan sind. Zum Nachtisch gibt es ein Eclair bei dem Konditor, der am großzügigsten füllt.

Am Nachmittag quälende Blicke ins SAP, ich tue mich nachwievorextrem schwer damit, hier die Kontrolle so vollständig abzugeben, da meine Kenntnisse quasi nicht vorhanden sind. Ich schwanke immernoch zwischen dem Gedanken, dieses Nichtwissen zuzulassen oder dagegen anzuschulen, was angesichts der Komplexität eigentlich lächerlich ist, zumal ich hier ein halbes Dutzend routiniert mit SAP arbeitender Mitarbeiter habe. Ich will gar nicht wissen, gegen welche Defizite und Ängst ich hier gerade erneut mit Fachlichkeit angehe. Für heute freue ich mich daran, dass es nach über einem Jahr auf der neuen Stelle immernoch so extrem viel potentiell zu Erlernendes gibt.

Heute frühes Heimgehen, gegen halb sechs sitze ich in der Bahn, besorge Fenchel und Sellerie für Salat, auf die ich schon im Treppenhaus nur noch wenig Lust habe. Auf meiner Seite des Rheins gibt es leider kein anständiges Sushi (alternativ habe ich absurderweise immer, wirklich immer Lust auf die leicht angeusselte Stimmung bei Nordsee, Scholle mit puddingdicker Buttersauce wäre jetzt schön), ich packe das Gemüse in den Kühlschrank und mich selbst in maximal gammelige Sofaklamotten. Jetzt: Japanische Tierkreisfigürchen suchen.

29
Feb
2016

Heute, 29.02.

Aufstehen um kurz nach sieben, ausgiebig duschen und dem Wasserdampf auf dem Weg nach draußen durchs geöffnete Fenster nachschauen. Katzige Morgenroutine absolvieren, ankleiden. Heute: blickdichte Strumpfhose, violette VS-Unterwäsche (den letzten Miami-Urlaub dazu genutzt, endlich komplette, gleichfarbige Ensembles zu erstehen. Freue mich jedes Mal darüber, fühlt sich gleich grand-damiger an), eins der beiden Lieblingskleider mit hauchdünn gestricktem Oberteil und wildseidigem Unterteil übergeworfen, Strickjäckchen drüber, fertig.

Morgenzigarette auf dem Balkon, der Rhein ist grau und schnell, kein Hauch Sonnenaufgang zu sehen, ich bin einer von den Menschen geworden, die Frühstücksfernsehen schauen, um in Tagestaktung zu kommen, Nachrichten und Wetter, dann rein in die Chelseaboots und ab in die Maloche.

Eisige Stimmung im Büro, mehrmals zieht schweigend der Silberrücken vorbei, Tage mit schwarzem Hemd (steht ihm nicht, macht das ganze wohldosierte Ensemble merkwürdig eighties) sind aus Erfahrung schlechte Tage. Nervös höre ich zu, wie er im Nebenbüro mit den Jungs über Fußball spricht, meine Haltung strafft sich erwartungsvoll, als das Gespräch abbricht, aber er würdigt mich keines Blickes.

Unangenehmes Gespräch mit einer meiner weinerlichsten Mitarbeiterinnen, irreale Ängste sprudeln auf mich ein, ich kann mich nur schwer zusammenreissen und versuche positive Stimmung entgegen zu setzen. Es folgt eine merkwürdig angespannte Besprechung zu einer geplanten Veranstaltung, ich fühle mich beobachtet und heuchele frohe Stimmung angesichts des Geleisteten. Ich weiss nicht, woher die Haltung kommt, Erledigung von klar zugeordneten Aufgaben erfordere immer jubelndes Flossenklatschen vom Vorgesetztenseehund. Ich applaudiere trotzdem höflich.

Nächste Besprechung, dieses Mal bei den Erzfeinden des Chefs, wie immer verstehe ich die aufgestauten Affekte nicht und habe Schwierigkeiten, die Härte die man von mir erwartet auch zu zeigen. Im Gespräch selbst werden die hauseigenen goldenen Kälber eingefahren und wir tanzen ein bisschen.

Zurück in die Basis, aus dem Besprechungszimmer Töne und Gerüche die nach rundem Geburtstag klingen. Ich nehme mir das kleinste Übel (trockene Brezel) und stelle mich kurz irgendwo dazu. Zum Glück war ich mehr als eine Dreiviertelstunde zu spät und die Runde ist bereits in Auflösung begriffen. Ab ins Büro, kurzer Mailcheck, danach die erste Besprechung, die mich inhaltlich interessiert. Folglich verplaudere ich mich direkt mit der berichtenden Mitarbeiterin und dem schwergeschätzten Teamleiter. Ich komme fast zu spät zum doch noch eilig anberaumten Gespräch mit dem Chef, Langeweile und etwas diffus Genervtes wehen über den Schreibtisch. Ich bin angespannt, taste mich von einem Thema ins nächste, schiebe die eigentlich grandiose Nachricht nach hinten (wir sind ins Austauschprogramm aufgenommen, ich fahre 14 Tage ins Ausland) und vermiese sie mir selbst durch diese Taktik ein bisschen. Ich hatte mich unglaublich gefreut, jetzt höre ich mir selbst dabei zu, wie ich das Ganze als Randnotiz verkaufe.

Nächste Besprechung, dieses Mal mit freudigem Grundton über Neues und Zukünftiges, die Mitarbeiterin vermittelt ehrliche Vorfreude und lässt Ideen über den Tisch kullern. Danach fülle ich mit verkatertem Grundton das Teilnehmerformular aus und schreibe streberig die Nummer meines schon bestehenden Nichtvisa-Visas mit auf den Bogen.

Gegen 18:00 wird schlagartig die Luft aus mir herausgelassen, ich rolle durch die Gänge und verabschiede die noch verbliebenen Kollegen, in meinem Kopf blinkt nur noch ein raus,raus,raus-Schild. Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle kaufe ich drei Brezeln.

Im Briefkasten wartet ein Brief eines Parking Violations Bureaus in Florida, abgestempelt im Januar, ich erwarte das Schlimmste. Drinnen ein knapp 100-Dollar-Knöllchen garniert mit aufgeplusterten Drohungen. Ich bin wütend und frage mich, warum die Autovermietung das nicht von der Kaution abziehen konnte, wozu man bei Anmietung eine Kreditkarte für genau solche Fälle hinterlegt, warum man im Jahr 2016 für Parkvergehen mit Briefen kommuniziert, wie horrende Mahnkosten anwachsen, ohne das eine Mahnung angekommen wäre. Fluchend suche ich auf einer Website aus der Hölle den Ort, wo ich willenlos eine Zahlung veranlasse und mich immernoch ärgere. Ich lache das erste Mal an diesem Tag als mir klar wird, dass ich aus der diffusen Angst heraus überwiesen habe, nach Ignorieren und Schulterzucken bei der nächsten Einreise in Handschellen gleich wieder zurück ins Flugzeug gesetzt zu werden. Ich lache, weil sich diese Sorge gleichzeitig paranoid und durchaus gewollt und im Sinne des Erfinders anfühlt.

ich freue mich auf die Dusche, Schokoladenpuffreis und zwei, drei Stunden Zimmersuche für den Japanurlaub im Mai.

10
Jan
2016

Sie und ich

Sie halten Burger in den krallenartig gespreizten Händen mit den bunten Nägeln. Immer ist da alter Dielenboden im Hintergrund und ein Matrazenlager auf dem Boden. Es sieht unaufgeräumt aus, aber auf die zauberhafte Mädchenart: Kleidung und anderer Kram liegen neben leeren Weinflaschen, Blumen in Weckgläsern und Aschenbechern, es sieht so aus wie man sich vorstellen möchte, dass hinreissende junge Frauen sich für eine aufregende Nacht fertigmachen. In Unterwäsche tanzen, die Haare vorm Spiegel durchzausen, Blusen aus einem Erbstückschrank wühlen, alles ist so aufregend.

Sie trinken kaltgepresste Säfte und Flat White, ständig sitzen sie irgendwo beim Frühstück, tragen Ringelshirts und Nike, kurz: wehen möglichst pittoresk durch die urbane Sonne. Sie haben Katzen, Plattenspieler, Sofortbild- oder überteuerte Spiegelreflexkameras, supercoole Musikgeschmäcker und garantiert irgendein Dekodings mit Kupfer.

Ich sehe diese ganze Armee an wundervollen, schönen, bedauerlichweise abartig selbstreferenziellen aber nichtsdestotrotz reizenden jungen Frauen irgendwo in ihren Zwanzigern oder Dreissigern und habe nichts mit ihnen zu tun, ausser einem bisschen Neid (meinerseits natürlich). Ich sehe diese Leben an mir vorbeiflimmern, dieses Oszillieren zwischen Empörung und Kichern und Begeisterung und Aufregung und reizenden Marotten. Ich merke, wie fremd mir das alles ist, wie wenig ich diese Lebensentwürfe verstehe, wie anders diese Frauen und ihre Vorstellungen sind. Grob, ungelenk, schwerfällig und irgendwie plump fühle ich mich neben ihnen.

Was machen die eigentlich den ganzen Tag? Was passiert da zwischen Avocadotoast und mitternächtlicher Eisorgie? Ganz plump: womit zum Henker verdienen die ihr Geld? Stehen die morgens um 7:00 auf und gehen einer klassischen Erwerbsarbeit nach, so nine to five mit 30 Minuten Mittagspause beim billigen Thai? Oder doch eher so 1200-Euro-Herumgejobbe in irgendeinem komischen, sich mir nie ganz erschliessenden Tätigkeitsfeld irgendwo zwischen Texte fummeln, Lobby light, Marketing, billigem Beraten und Hostess?

Schlimm (in meinem Falle: schwer beruhigend) ist sich vorzustellen, wie diese Leben und diese Frauen in 15 oder 20 Jahren aussehen. Komischerweise sieht man das recht deutlich vor sich und es ist wenig bezaubernd. Das geht dann ein bisschen ins Groteske, ins Traurige und ins Befremdliche. Das Kein-Geld-Haben nervt, die vorgetragenen Überzeugungen kippen ein bisschen ins Keifige und vielleicht klammern sie sich ein bisschen zu sehr und zu verzwifielt an den ihnen vermeintlich zustehenden Platz auf Partys. Dort dürfte allerdings schon die nächste Generation Zauberwesen auf Fohlenbeinen stehen und zimtfarbenes Haar im Wind wehen lassen.

Das habe ich so ähnlich vor zwei Wochen in Amsterdam gespürt, als wir uns Isa Genzken anschauten. Ich habe unpassend laut gelacht, als meine superkluge, supersexy Spitzenschwester vor den eklig ich-bin-meine-beste-Inspirtaion-igen CT/MRT/whatever-Bildern stand und mit der kühlen Trockenheit, die nur Ärzte haben meinte: Bei der kleinen Atrophie hier wundert mich nichts mehr.

Abstossend war diese rotzige, unwillige, lustlose Auf- und Anhäufung von Meinungen, Standpunkten und überhaupt allem, was durch ein gigantisches Künstlerloch in einem nicht endenwollenden Strom aus dieser Frau rausläuft. Alles ist bedeutungsvoll, wenn Isa ihm Bedeutung beimisst. Alles ist zeigens- und prasentierenswert, alles muss gehört und gesehen werden, Nichtmal witzig war irgendetwas. Sondern nur ein sehr trauriges Dokument einer altgewordenen Frau, die irgendwann in de 80ern mal jung und wild und frei und deswegen auch leicht zu überschätzen war. Sie wirkt nicht gereift, erfahren, klüger und aus dem Erlebten heraus glänzend. Sondern immernoch empört und schrill-kreischend und krawallig. Man sieht und hört dieses Elend und wendet sich peinlich berührt ab.

Ist es sehr kleinlich, mich über ihre selbstverfassten Bücher (Oh My...), ihre Depressionen, ihre Aufmerksamkeits- und Resilienzprobleme, ihre Diskriminirungserfahrungen, ihre eindringlich geschilderten Übergriffserlebnisse, ihre wahrgenommene Benachteiligung immer und überall und ihre Empörung über die-da-oben lustig zu machen?

Im alten Jahr stand ich auf einer Weihnachtsfeier, geschlossene Veranstaltung für mittelkleines Management. Es gab Minischnitzel, Kartoffelsalat, Apfelschorle und Filterkaffee. Es gab Adventsgestecke, dunkle Holzverkleidung und leicht kongresshallige Akustik. Es war maximal unschick, unhip und null instagramfähig. Es war der vollendete Gegenentwurf zum Leben der Schönen. Es war und ist leicht, sich darüber lustig zu machen. Ebenso leicht wie zu erkennen, dass das Leben der Grazien durch variable Kosten getragen wird und ihre Meinungen, Stimmungen und Dramen die ersten Streichposten sein werden.
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