Was möglich ist
das hotelzimmer geht ganz schnuckelig zum hinterhof hinaus: so einem typischen, beinahe überzeichneten ideal-standard-hinterhof mit fahrrädern, grünem kletterzeug und verwaistem holzkohlegrill auf einem nahen balkon.
als wir noch auf dem bett liegen, die balkontür weit geöffnet, fernsehen und chips essen, finden wir den geräuschpegel aus den umliegenden wohnungen noch ganz charmant. da liegt man dann einander verschlungen in der fremde und fühlt sich wie ein spion, unbemerkt in der geräuschkulisse fremder leben.
gegen halb eins knipse ich das licht aus, rauche noch eine spionzigarette aus dem fenster und frage mich, wie lange die wirklich recht laute musik aus einer wohnung gegenüber wohl noch anhalten wird. und bete, dass sich bald eines der ansonsten ausnahmslos dunklen hotelzimmer erleuchten und jemand anderes sich erbarmen möge, den geräuschspießer zu geben...
nach der vierten zigarette erbarmt sich das tatsächlich jemand: aus gleich mehreren (immernoch verdunkelten - ihr feiglinge!) fenstern wird lautstark nach ruhe gegen die musik angebrüllt - es bleibt unverändert laut. nach circa zehn minuten voll unerhörter rufe (offenbar wechselte der musikhörer gerade die cd) passiert das unfassbare: der lauteste hotelgast mit ruhebedürfnis nutzt die entstandene stille für einen letzten, verzweifelten schrei nach dimmen der musik. im nachbarhaus öffnet sich ein fenster, eine sehr freundliche stimme fragt ins dunkel des hofes: "oh, war die musik etwa zu laut?"
jetzt hätte die stimmung kippen können, aber die bekannte hotelgaststimme ruft irritiert zurück, dass es, naja, schon ein bisschen zu laut wäre und ob der andere vielleicht so nett wäre ein bisschen leiser...?
die freundliche person am fenster der wohnung entschuldigt sich - der hotelgast flötet ein fröhliches "schon gut", zwei fenster schließen sich und es senkt sich ruhe über den innenhof.
manchmal passiert eben doch alles, was möglich ist, juli.
als wir noch auf dem bett liegen, die balkontür weit geöffnet, fernsehen und chips essen, finden wir den geräuschpegel aus den umliegenden wohnungen noch ganz charmant. da liegt man dann einander verschlungen in der fremde und fühlt sich wie ein spion, unbemerkt in der geräuschkulisse fremder leben.
gegen halb eins knipse ich das licht aus, rauche noch eine spionzigarette aus dem fenster und frage mich, wie lange die wirklich recht laute musik aus einer wohnung gegenüber wohl noch anhalten wird. und bete, dass sich bald eines der ansonsten ausnahmslos dunklen hotelzimmer erleuchten und jemand anderes sich erbarmen möge, den geräuschspießer zu geben...
nach der vierten zigarette erbarmt sich das tatsächlich jemand: aus gleich mehreren (immernoch verdunkelten - ihr feiglinge!) fenstern wird lautstark nach ruhe gegen die musik angebrüllt - es bleibt unverändert laut. nach circa zehn minuten voll unerhörter rufe (offenbar wechselte der musikhörer gerade die cd) passiert das unfassbare: der lauteste hotelgast mit ruhebedürfnis nutzt die entstandene stille für einen letzten, verzweifelten schrei nach dimmen der musik. im nachbarhaus öffnet sich ein fenster, eine sehr freundliche stimme fragt ins dunkel des hofes: "oh, war die musik etwa zu laut?"
jetzt hätte die stimmung kippen können, aber die bekannte hotelgaststimme ruft irritiert zurück, dass es, naja, schon ein bisschen zu laut wäre und ob der andere vielleicht so nett wäre ein bisschen leiser...?
die freundliche person am fenster der wohnung entschuldigt sich - der hotelgast flötet ein fröhliches "schon gut", zwei fenster schließen sich und es senkt sich ruhe über den innenhof.
manchmal passiert eben doch alles, was möglich ist, juli.
Miss Manierlich - 10. Mai, 23:07
